Gluttony - Eulogy To Blasphemy

Review

Eine ungeschriebene Regel lautet: Eine Portion Elchtod geht immer. Zwar gibt es Vertreter dieser Gattung, die lieblos ihren Stiefel runterzocken, doch sobald die sägenden Gitarrenklänge des HM2-Pedals ertönen, fühlen sich Death-Metal-Fans wie zu Hause. In diese Kerbe schlagen auch GLUTTONY, die seit ihrem Debütalbum „Beyond The Veil Of Flesh“ von 2014 im Vierjahresrhythmus neues Material veröffentlichen. Mit Album Nummer vier, „Eulogy To Blasphemy“, sind sie nun bei FDA Records gelandet, und schon der Blick auf das Cover-Artwork weckt modrige Vorfreude.

GLUTTONY sägen sich durch Zombiehorden

Nach einem kurzen unheiligen Intro legen die Schweden ohne Umschweife los und versorgen die hungrige Meute mit fiesen Riffs und röchelnden Vocals. Frontmann Magnus Ödling legt dabei eine astreine Martin-Van-Drunen-Impression hin und hustet sich mit reichlich Aggression durch die Tracks. Im Titeltrack rotzt er das „It’s a eulogy to fucking blasphemy“ mit der nötigen Portion Rock ’n’ Roll heraus, dass es eine Freude ist.

Die Texte greifen die typischen Themen auf, wie der freundliche Untote auf dem Cover verspricht: Mord, Totschlag, Blut, Eingeweide und Verderben in diversen Formen. Songtitel wie „Hung From Entrails“ oder „A Face Devoured By Rats“ zeichnen dabei schöne Bilder im Kopf.

Im Rahmen des Genres gibt es auch Abwechslung, sodass nicht jeder Track nach Schema F durchholzt. „Corpses Eating Corpses“ (noch so ein schaurig-schöner Titel) lockt mit headbangfreundlichen Stakkato-Riffs, aber auch die Moshpitfraktion kommt mit Stücken wie „Threshold To Nonexistance“ auf ihre Kosten. Die Produktion ist genretypisch und drückt genüsslich in den Gehörgang.

„Eulogy To Blasphemy“ gehört zu den erinnerungswürdigen Elchtod-Werken

Mit ihrer vierten Platte liefern GLUTTONY ein Werk ab, das abwechslungsreiche Momente bietet und über seine Laufzeit hinweg nicht langweilig wird. Innovationen ziehen sie aus den modrigen Zombie-Eingeweiden zwar nicht hervor, doch insgesamt metzelt sich „Eulogy To Blasphemy“ schön antichristlich über die Zielgerade.

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15.03.2026

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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