Gothminister - We Are All Demons

Review

Der GOTHMINISTER heißt bürgerlich Bjørn Alexander Brem und legt mit „We Are All Demons“ sein neuntes Studioalbum vor. Nach zwei „Pandemonium“-Alben und einem Labelwechsel will der Norweger mit seinen düsteren, elektronischen Sounds erneut den Friedhof zum Beben bringen.

GOTHMINISTER scheren alle Dämonen über einen Kamm

Nachdem der Opener „Darkest Side Of Earth“ noch etwas befremdliche Synthie-Sounds bietet, legt das Album mit dem Titelsong richtig los. Die Industrial-Goth-Nummer lädt zum Mittanzen und Feiern ein. Auch auf den folgenden Songs baut GOTHMINISTER die elektronische Schlagseite weiter aus. Bei „The Dark“, das vermutlich nur aus lizenzrechtlichen Gründen nicht „Fear Of The Dark“ heißt, gipfelt das Ganze in einem Dubstep-EBM-artigen Finale.

Allerdings wollen die verschiedenen Elemente nicht so recht zusammenpassen. Besser funktioniert es, wenn der Schuster bei seinen metallischen Leisten bleibt und eine Nummer im Fahrwasser von Bands wie RAMMSTEIN serviert. So macht „Welcome To Hell“ richtig Spaß. Zudem hat Brem einige Gastsängerinnen ins Boot geholt, die immer wieder Akzente setzen. Die Salsa-Note im passend benannten Stück ist absurd, aber cool.

Gegen Ende gibt es mit „Darkness Is My Throne“ und „Fearless“ noch ein paar schöne Songs, die wie eine Mischung aus LORD OF THE LOST und SOLAR FAKE klingen. Insgesamt wirkt „We Are All Demons“ jedoch wie das Album einer Band, die versucht, sich neu zu finden.

„We Are All Demons“ überrascht mit neuen Ansätzen und überzeugt teilweise

Das neunte Album von GOTHMINISTER klingt vielfältiger als seine Vorgänger, doch nicht alle Experimente überzeugen. Insbesondere das elektronische Klangfundament wirkt im Vergleich zu den tanzbareren Vorgängern zu diffus. Fans können zugreifen, alle anderen sollten den leicht veränderten Kurs zunächst anhand der veröffentlichten Singles antesten.

13.10.2026

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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