Hällas - Panorama
Review
Die schwedischen Adventure Rocker HÄLLAS sind ein Phänomen. Wurden sie vor knapp neun Jahren mit ihrem überragenden Debüt “Excerpts From A Future Past” zum gefeierten Underground-Hit, konnten die folgenden beiden Alben ׅ“Conundrum” und “Isle Of Wisdom” schon beim Branchenriesen Napalm veröffentlicht werden, während die Band durch Covid zwar einstweilig ausgebremst, aber in ihrem Wachstum unaufhaltsam war. Inzwischen haben die Herrschaften ihr eigenes Label Äventyr Records gegründet, um ihre Musik zu veröffentlichen. Dabei hat das schrullige Quintett noch nie eine schwache Note, geschweige denn einen schlechten Song auf die Öffentlichkeit losgelassen. Mit dieser konstanten Qualität und ihrem ureigenen Mix aus Siebziger-Prog, 80s Soundtrack, Proto Metal, NWOBHM und ein klein wenig AOR wird die Band irgendwann den Status von Legenden wie KANSAS oder RUSH haben. Eine Prognose, die auch “Panorama” bestätigen kann?
Ein Opus Magnum namens “Panorama”?
Die Zeichen sind klar darauf gepolt, dass “Panorama” nicht nur das bisher ambitionierteste, sondern auch das Referenzalbum von HÄLLAS schlechthin sein soll. Dass gleich der Opener “Above The Continuum” ein seitenfüllendes, 20-minütiges episches Werk ist, das sämtliche Aspekte des Bandsounds abdeckt, sogar kurze Ausflüge in Richtung Italo-Disco wagt und dabei so spannend wie ein guter Fantasyfilm ist, erinnert an RUSH-Klassiker der Marke “2112” oder “Hemispheres”. Wobei – Obacht, Ketzerei! – HÄLLAS den Spannungsbogen sogar deutlich besser aufrecht erhalten, als so manche Prog-Legende der goldenen Ära. Die Schweden sind hervorragende Songwriter, die zudem wissen, welche Dynamik ein Album benötigt.
Als ob sie diese Fähigkeit unter Beweis stellen müssten, schließen sie mit dem eingängigen, leicht an den Bandhit “Star Rider” erinnernden “Face Of An Angel” an und verwandeln buchstäblich Hufgetrappel in swingende Rhythmik. Ob das Intro zusätzlich eine Hommage an den Monty-Python-Film “Ritter der Kokosnuss” ist, ist bislang nicht bekannt. Es würde aber funktionieren. Mit dem von Twin-Leads getragenen “The Emissary” und dem abermals epischen “At The Summit” haben HÄLLAS zwei weitere Stücke im Gepäck, die stärker der Stilistik des Debüts frönen, während die geisterhaft-verträumte Klavierballade “Bestiaus” eine angenehme Überraschung ist, die vor allem die Stimme von Tommy Alexandersson – eine der größten Charakterstimmen unserer Zeit! – hervorhebt.
Lasst euch von HÄLLAS entführen!
Euer Freundeskreis hat keinen Bock mehr auf Pen-and-Paper-Sitzungen? Ein kompletter Durchlauf von “Der Herr der Ringe” dauert euch zu lange? Trotzdem sehnt ihr euch nach Realitätsflucht? Dann ist “Panorama” vermutlich genau die richtige Medizin für euch. Welches Album der makellosen Diskografie von HÄLLAS man am besten findet, ist natürlich von äußerst vielen subjektiven Faktoren abhängig. Objektiv betrachtet haben die Schweden mit “Panorama” allerdings nicht nur einen obendrauf setzen können, sondern auch ihr rundestes und beeindruckendstes Album vollbracht.
Hällas - Panorama
| Band | |
|---|---|
| Wertung | |
| User-Wertung | |
| Stile | Art Rock, Classic Rock, Epic Metal, Hard Rock, Heavy Metal, Progressive Rock, Psychedelic Rock |
| Anzahl Songs | 5 |
| Spieldauer | 44:12 |
| Release | 23.01.2026 |
| Label | Äventyr Records |
| Trackliste | 1. Above The Continuum 2. Face Of An Angel 3. The Emissary 4. Bestiaus 5. At The Summit |
