Joseph Tholl - It Might Be Art
Review
„It Might Be Art“ schlägt JOSEPH THOLL angesichts seines zweiten Soloalbums vor – und die geschmackssichere Zielgruppe mit diesem Werk diverse Fliegen mit einer Klappe. Denn natürlich gieren auch der menschenverachtenden Untergrundmusik zugeneigte Girls and Boys nach Melodien für die Ewigkeit. Gerade in den grundsätzlich feindseligen Jahreszeiten Frühling und Sommer. Gleichzeitig möchte sich niemand dieses Kreises dem Vorwurf der guten Laune aussetzen. Und schließlich ist es auch ganz apart, auf jemanden mit Metal-Stallgeruch zurückzugreifen. Jemanden, bei dem man einen Huf oder dezente Auffälligkeiten im Stirnknochenbereich zumindest nicht ausschließen muss.
JOSEPH THOLL gelingt ein leichtes, dunkles Sommeralbum
JOSEPH THOLL bietet, mit anderen Worten, ein melodisch-leichtes Sommeralbum, das durchzogen ist von dunkler Melancholie und das bei Bedarf angemessenes Namedropping in der Hinterhand hat (s. u.).
Die geschmackvolle Hitsammlung „It Might Be Art“ bildet stilistisch ihrem Schöpfer folgend „eine Mischung aus Grunge, Heavy Metal, schwedischem Pop/Rock, AOR usw.“ – sie ist aber vor allem Ausweis der kompositorischen Klasse des Schweden: Zwar tanzen die Stücke des Albums geschmeidig und würdevoll mal in diese, mal in jene Richtung aus der Hardrock-Reihe. Sie sind aber alle auf die gute Art catchy und demselben Künstler zuzuordnen.
Mal erinnern die Gesangs- und Tastenmelodien an GHOST („Oh The Madness“), mal platziert man sich recht eindringlich zwischen MANDO DIAO und MUMFORD & SONS („Walking“), mal verneigt man sich in Richtung Andrew Eldritch und seiner Crew und garniert das Ganze mit einem Hauch Lee Hazlewood („The Burial“). Immer aber erkennt man JOSEPH THOLL – bzw. die gute Schweden-Schule å la Andersson/Pehrsson.
„It Might Be Art“ – indeed!
Auf „It Might Be Art“ singt JOSEPH THOLL natürlich nicht nur. Er spielt auch Gitarre und den Großteil der Bass-Parts, außerdem Piano und Synthesizer. Robert Eriksson (THE HELLACOPTERS) und Jakob Ljungberg (SECOND SUN) teilen sich das Schlagzeug. Gastauftritte haben Johannes Andersson (TRIBULATION), Tobias Lindkvist (TYRANN), Pia Stjärnvind (SERPENT OMEGA), Adam Zaars (TRIBULATION) und Robert Pehrsson (DUNDERTÅGET, ROBERT PEHRSSON’S HUMBUCKER). A network of friends.
Herr T. selbst spielte unter anderem bei ENFORCER und BLACK TRIP/VOJD. Er ist aktuell Mitglied von TRIBULATION sowie TYRANN. Das reicht selbstverständlich nicht. In der Kunstszene.
Joseph Tholl - It Might Be Art
| Band | |
|---|---|
| Wertung | |
| User-Wertung | |
| Stile | Classic Rock, Melodic Metal, Melodic Rock |
| Anzahl Songs | 10 |
| Spieldauer | 33:46 |
| Release | 12.06.2026 |
| Label | High Roller Records |
| Trackliste | 1. New Dawn 2. Oh The Madness 3. I'm In A Darkness 4. Invocation Of The Evening Star 5. Walking 6. It Might Be Art 7. I Syrenens Tid 8. Rebirth 9. On Velvet Waves 10. The Burial |