Ghost

Band

Ghost (engl. ‚Geist‘) ist eine schwedische Heavy-Metal-Band aus Linköping. Die Mitglieder der Band treten maskiert und anonym auf und werden jeweils mit „A Nameless Ghoul“ (engl. ‚Ein namenloser Ghul‘) angegeben. Der Sänger, Tobias Forge, tritt offiziell unter dem Namen „Papa Emeritus“ bzw. „Cardinal Copia“ mit der jeweiligen römischen Zahl als Symbol der jeweiligen Epoche auf.

Geschichte

Gründung und Opus Eponymous

Die Band wurde im Jahr 2006 gegründet und veröffentlichte 2009 eine Demoaufnahme mit drei Liedern in Eigenregie sowie eine 7"-Vinyl-Single mit den Liedern Elizabeth und Death Knell bei dem deutschen Plattenlabel Iron Pegasus Records. Der Text des Liedes Elizabeth wurde von der Legendenbildung um das Leben der ungarischen Gräfin Elisabeth Báthory inspiriert, Death Knell (engl. ‚Totenglocke‘) war schon auf der Demo enthalten und wurde für die Single erneut aufgenommen. Nach Vertragsunterzeichnung bei dem britischen Label Rise Above Records von Lee Dorrian erschien am 18. Oktober 2010 das Debütalbum Opus Eponymous in Europa. Auf diesem befinden sich inklusive zweier Instrumentalstücke neun Lieder, darunter auch die vier bisher veröffentlichten Stücke in (abermaliger) Neuaufnahme. Die Veröffentlichung in Nordamerika erfolgte am 18. Januar 2011 über Metal Blade Records, in Japan erschien das Album am 6. April bei Trooper Entertainment mit einer Coverversion des Beatles-Lieds Here Comes the Sun als Bonustitel.

Ihre ersten beiden Liveauftritte absolvierte die Band im Oktober 2010 auf dem Hammer-of-Doom-Festival in Würzburg sowie dem Live-Evil-Festival in London. Gemeinsame Auftritte mit Watain, Deströyer 666, In Solitude und Repugnant folgten. Im Sommer 2011 spielte Ghost auf mehreren Musikfestivals, darunter das Roadburn Festival in Tilburg, das Sweden Rock Festival in Sölvesborg und Maryland Death Fest in Baltimore. Letzteres war zudem der erste Auftritt der Band außerhalb Europas. Außerdem war die Band Vorgruppe bei einigen Konzerten der Bands Paradise Lost und Blood Ceremony auf deren jeweiliger Europatournee. Im September und Oktober war Ghost zusammen mit Enslaved und Alcest auf Tour durch die USA und begleitete ab November In Flames und Trivium auf deren Europatournee.

Infestissumam und Meliora

Am 15. Dezember 2012 übergab Papa Emeritus bei einem Konzert im schwedischen Linköping das Gesangsmikrofon an einen (ebenso anonymen) Nachfolger, der sich mit „Io sono Papa Emeritus secondo“ (ital.: „Ich bin Papa Emeritus der II.“) vorstellte. Anschließend spielten Ghost einen neuen Song namens Secular Haze, der am 20. Dezember 2012 über eine offizielle Webseite von Ghost als erste Single des zweiten Albums als Vorabversion zum Anhören freigeschaltet wurde. Das Album mit dem Titel Infestissumam erschien am 19. April 2013.

Nach einem absolvierten Auftritt auf dem Sonisphere Festival 2014 führte das Metal-Hammer-Magazin ein Interview mit einem der namenlosen Ghouls, in dem es hieß, dass man nach einem Nachfolger für Sänger Papa Emeritus II. suche. Als Grund nannte er persönliche Differenzen zwischen dem Sänger und dem Rest der Gruppe.

Im August 2015 erschien das dritte Album der Band, Meliora. Auch für dieses Album gab es eine Neubesetzung des Sängers, der neue nennt sich Papa Emeritus III. und wurde von der Band als der sechs Monate jüngere Bruder von Papa Emeritus II. vorgestellt. Der von diesem Album stammende Titel Cirice wurde im Februar 2016 als Beste Hard Rock/Metal Performance bei den Grammys ausgezeichnet.

Prequelle

Bei einem Konzert in Milwaukee am 31. Mai 2018 verstarb ein Zuschauer an einem Herzstillstand. Das Konzert wurde daraufhin vorzeitig beendet. Einen Tag später erschien das vierte Studioalbum Prequelle, das von Tom Dalgety produziert wurde. Prequelle erreichte Platz eins der schwedischen, Platz zwei der deutschen und Platz drei der US-amerikanischen Albumcharts. Bei den Metal Hammer Awards 2018 wurden Ghost in der Kategorie Beste internationale Band und Prequelle in der Kategorie Bestes Album nominiert. Die Preise gingen jedoch an die Bands Arch Enemy bzw. Powerwolf.

Stil

Musik und Optik

Die Band spielt Heavy Metal mit satanistischen Texten. Die Musik weist Einflüsse des Psychedelic Rocks der 1960er-Jahre, des Doom Metals der 1970er-Jahre und der New Wave of British Heavy Metal der 1980er-Jahre auf. Jan Wigger von Spiegel Online bezeichnete die Musik als „betörend leichtgängig und einprägsam“ und sah Parallelen zu Liedern von Blue Öyster Cult und King Diamond, ein Mitglied der Band bejahte eine Verbundenheit zu den Künstlern The Doors und Roky Erickson.

Bei den Plattencovern von Ghost gibt es regelmäßige Anspielungen auf berühmte Filme: Das Cover von Opus Eponymous weist starke Parallelen zum Filmplakat der Stephen-King-Verfilmung Brennen muss Salem auf. Für das zweite Album griff man auf Elemente des Filmplakats des Films Amadeus von Miloš Forman zurück, das Artwork des dritten Albums Meliora ist an Fritz Langs Metropolis angelehnt. Auch das Artwork der Single-Auskopplungen der Band spielt jeweils auf verschiedene Filmplakate an.

Auftreten

Die Bandmitglieder treten ausschließlich maskiert und in braunen oder schwarzen Habiten mit Kapuzen auf – mit Ausnahme des Sängers: Dieser trägt ein schwarzes Gewand mit roten Verzierungen sowie goldenen, umgedrehten Kreuzen, eine Totenkopf-Maske und eine Mitra, verziert mit einem umgedrehten Keltenkreuz, das als Buchstabe G durchbrochen ist. Bei Live-Auftritten kommt teilweise ein Weihrauchfass zum Einsatz. Die Konzerte erwecken auf Besucher den Anschein okkulter Rituale, während die Band ihre Auftritte „irgendwo im Bereich zwischen einer Theateraufführung und einer Rock-Show“ sieht.

Mitglieder

Spekulation

Es wurde lange spekuliert, welche Musiker sich hinter den Bandmitgliedern verbergen. Hinter den Masken wurden dabei Mitglieder der schwedischen Bands Repugnant und In Solitude vermutet. Tobias Forge, der bei der Power-Pop-Band Subvision spielt und außerdem als „Mary Goore“ Mitglied von Repugnant und ehemaliges Mitglied der Hair-Metal-Band Crashdïet ist, wurde aufgrund eines Gerichtsverfahrens 2017 und im Februar 2018 durch sich selbst als „Papa Emeritus“ bestätigt. Tatsächlich ist Forge in der Online-Datenbank der schwedischen Musik-Verwertungsgesellschaft STIM unter dem Pseudonym „A Ghoul Writer“ als Komponist der Lieder von Opus Eponymous eingetragen. Eine mögliche Verbindung gibt es zudem zu In Solitude, da deren Bassist Gottfrid Åhman unter dem Pseudonym „G. Grotesque“ ebenfalls bei Repugnant spielt.

Im April 2017 wurden im Internet durch das ehemalige Bandmitglied Simon Söderberg einige Namen öffentlich gemacht. Auf seiner Liste stehen: Simon Söderberg (Gitarre, „Alpha“, Mitglied seit 2010); Mauro Rubino (Keyboards, „Air“, Mitglied seit 2011); Henrik Palm (Gitarre, „Ether“, Mitglied seit 2015); Martin Hjertstedt (Drums, „Earth“, Mitglied seit 2014) und Tobias Forge als Papa Emeritus. Ebenfalls ehemaliges Bandmitglied ist Aksel Holmgren (Drums, „Earth“, Mitglied bis 2014).

Rechtsstreit

Vier ehemalige Bandmitglieder verklagten Tobias Forge vor dem Bezirksgericht Linköping wegen Betruges. Nachdem sie aus der Band geworfen wurden verlangten Simon Söderberg, Henrik Palm, Martin Hjertstedt und Mauro Rubino von Forge eine Aufstellung aller Einnahmen und Ausgaben der Jahre 2011 bis 2016 sowie eine Offenlegung des gesamten Eigentums der Band. Der ebenfalls 2016 aus der Band geworfene Martin Persner gehört nicht zu den Anklägern, weigert sich allerdings zu diesem Thema Stellung zu beziehen. In einem Interview mit dem deutschen Magazin Rock Hard erhebt Söderberg schwere Vorwürfe gegenüber Tobias Forge. So soll Forge seine ehemaligen Bandmitglieder manipuliert und gegeneinander ausgespielt haben. Menschen wären laut Söderberg in Forges Welt nur Werkzeuge.

Zum eigentlichen Rauswurf von Söderberg und seinen Kollegen sei es aufgrund von Vertragsstreitigkeiten gekommen. Dabei ging es um eine Live-DVD, für die ein Konzert in Los Angeles mitgeschnitten wurde. Tobias Forge hätte von Söderberg und seinen ehemaligen Kollegen verlangt, dass sie einen Vertrag unterzeichnen, in dem sie alle ihre Rechte, die ihnen an der DVD zustanden, auf Forge übertragen. Darüber hinaus erklärte Söderberg, dass er das Debütalbum Opus Eponymous selbst produziert und auch beim zweiten Album Infestissumam im Songwriting involviert gewesen wäre. Einen Credit habe er dafür nie erhalten. Eine gerichtliche Anhörung im November 2017 endete ergebnislos.

Tobias Forge erklärte, dass Ghost nicht als Band im klassischen Sinne gegründet wurde und verwies darauf, dass es seit der Bandgründung viele verschiedene Musiker für Ghost gespielt haben. Ferner gäbe es Mitglieder seiner Liveband, die nie auf einem der Alben gespielt hätten. Des Weiteren habe es zwischen Forge und den ehemaligen Mitgliedern keine rechtliche Partnerschaft gegeben. Forge habe ihnen ein fixes Gehalt gezahlt und die Band habe erst nach dem Ende der Popestar-2017-Tournee durch Europa begonnen, Profite zu erzielen.

Am 17. Oktober 2018 wies das Bezirksgericht Linköping die Klage ab und ordnete an, dass die vier Kläger Forges Gerichtskosten in Höhe von 1,3 Millionen Schwedische Kronen tragen müssen.

Rezeption

Opus Eponymous wurde von Kritikern positiv aufgenommen. Götz Kühnemund vom Magazin Rock Hard nannte Ghost „das große Ding der Stunde im Underground“ und vergab neun von zehn möglichen Punkten, darüber hinaus war das Album unter den zehn besten des Monats gelistet. Jan Wigger bewertete das Album für Spiegel Online mit acht Punkten.

Das amerikanische Musikmagazin Decibel listete Opus Eponymous auf Platz 24 der besten 40 Alben des Jahres 2010. Die Leser der Musikzeitschrift Sweden Rock Magazin hingegen wählten das Album im Jahr 2011 auf Platz drei der besten Alben der vergangenen zehn Jahre. Das Album Infestissumam erhielt 2014 in Schweden eine Goldene Schallplatte für mehr als 20.000 verkaufte Einheiten.

2016 wurde Ghost als erste schwedische Band und damit zugleich als erste Band, die nicht aus Großbritannien oder den Vereinigten Staaten stammt, mit dem Grammy Award for Best Metal Performance ausgezeichnet. Ebenso wurde Ghost dreimal mit dem schwedischen Musikpreis Grammis in der Kategorie Best Hard Rock/Metal ausgezeichnet.

Diskografie

  • 2010: Opus Eponymous (Rise Above Records)
  • 2013: Infestissumam (Rise Above Records)
  • 2015: Meliora (Spinefarm Records)
  • 2018: Prequelle (Spinefarm Records)

Quellen

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