Kamlath - Stronger Than Frost

Review

„Stronger Than Frost“ ist das erste Lebenszeichen der russischen Dark-Metal-Band KAMLATH, wobei man wohl eher von einem internationalen Projekt mit russischem Initiator sprechen müsste. Mit dem Schweden Mikael Vikström aka Mike Wead (u.a. KING DIAMOND, MERCYFUL FATE, ex-CANDLEMASS),  Holländer Dennis Leeflang (ex-WITHIN TEMPTATION, ex-SATURNINE) und dem Italiener Marco Benevento (THE FORESHADOWING) ist das Projekt ziemlich prominent besetzt, der einzige Russe im Verein ist Gitarrist Peter Konstantinov. Noch verwunderlicher ist das Konzept KAMLATHs: gesungen wird über sibirische Mythologie, Schamanismus und selbstverständlich die eisige Kälte dieser kargen Region. Musikalisch handelt es sich bei KAMLATHs Debut um ausufernden Dark Metal, der selbstverständlich enorm vom technischen Know-How der beteiligten Musiker profitiert.

Seien es eher ruhig ausgebaute, leicht wehmütig akzentuierte Songs wie der Opener „Isgher“, das von sehnsuchtstrunkenen Melodien getragene „Thy Revelation“ oder der bedrohlich anschwellende Titelsong mit seinen knurrenden Gitarrenwänden und majestätischen Gesängen, KAMLATH reihen einen ansprechenden Song an den nächsten. Der Gesang von Marco Benevento trägt maßgeblich zur kühlen Atmosphäre der Lieder bei, generell lässt sich sagen, dass keiner der beteiligten Musiker zu kurz kommt. Präsente Basslinien, wuchtige und transparente Gitarrenwände, ein fabelhaft abgemischtes Schlagzeug und äußerst präzise eingesetzte Gitarreneffekte und Elektronika tun ihr übriges, um dem Material zu einem äußerst ansprechenden Klang zu verhelfen. Man merkt, dass  KAMLATH nicht einfach mal drauflosspielen, sondern ein professioneller Zusammenschluss von begabten und ambitionierten Musikern sind, dementsprechend scheint auf „Stronger Than Frost“ kaum ein Moment oder irgendein stimmungsbeeinflussender Parameter dem Zufal überlassen zu sein.

Und genau hier kommen wir zu einem kleinen Kritikpunkt, der mit der routinierten Herangehensweise der beteiligten Musiker sicherlich eine Menge zu tun hat. Man kann es fast erahnen: Es klingt alles einen Tick zu geschliffen, zu sauber und zu bequem. Die Songs überzeugen durch ihre Stimmigkeit und ihre handwerkliche Finesse, aber ganz gewiss nicht durch ihre spontane Ausstrahlung. Somit behält die Musik immer eine gewisse professionelle, unpersönliche Distanz.

Insgesamt kann man sagen, dass „Stronger Than Frost“ eine Menge Spaß macht. Das Material nutzt sich jedoch aufgrund der erwähnten Bequemlichkeit realtiv schnell ab und ich bin mir sicher, dass KAMLATH mit etwas Risikobereitschaft in der Lage wären, den Hörer etwas mehr von den Socken zu hauen.

17.04.2011

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