Leatherhead - Violent Horror Stories

Review

Soundcheck Februar 2026# 12

LEATHERHEAD erzählen uns „Violent Horror Stories“. Das ist ein freundlicher Akt, drehen sich selbige doch um Untote, purpurrote Augen und die Kinder des Biests. Verglichen mit der Weltlage/dem Reallife mögen die Geschichten der Griechen für so manche und manchen damit ein ausgemachter Safe Space des „Good Friendly Violent Fun“ sein. Wobei EXODUS im Falle des zweiten Albums von LEATHERHEAD musikalisch der falsche Bezug wären.

LEATHERHEAD mischen Speed Metal mit Power Metal

Deren „Violent Horror Stories“ klingen vielmehr, als versuchten sich frühe FLOTSAM & JETSAM an einer AGENT-STEEL-Interpretation, nachdem sie die Tapes der METAL-CHURCH-Alben zwei bis vier auf den langen Zeitreisen zwischen 1984 und 1988 auswendig gelernt haben. Und sich im Van gegenseitig das QUEENSRYCHE-Logo mit reinem Herzblut gestochen. Mit anderen Worten: Die Sammlung abseitiger Geschichten klingt exzellent.

LEATHERHEAD mischen Speed Metal und klassischen nordamerikanischen Power Metal derart enthusiastisch, dass nach den knapp 40 Minuten von „Violent Horror Stories“ die Opfer (Langeweile, Durst, Erwachsenwerden, Nackenwirbel) so namhaft sind wie zahlreich. Nach zehn Sekunden des Eingangsriffs von „V.H.S.“ zum Start ist man geheilt: Nein, es ist natürlich nicht förderlich, mal etwas anderes als Metal auszuprobieren. Und ja, selbstverständlich ist es pervers, die Kutte nachts abzulegen.

„Violent Horror Stories“ kann gar nicht mittelmäßig oder nur halbcool sein

Das schnelle „Incubus“ mit seinem Beginn an der Schwelle zum Thrash, das lange, epische „Children Of The Beast“ mit seinem Herz aus Heavy Metal und den geschickten Tempowechseln oder eben das kompakte Quasi-Titelstück zum Start – jedes der Stücke ist eine liebevolle und kompetente Hommage an die Großen des Gestern. Sänger Tolis Mekras veredelt das Ganze, indem er sich konsequent weigert, Geoff Tate für weniger als den Allmächtigen zu halten. (John Cyriis und Midnight sind naheliegenderweise die Apostel.)

Und überhaupt: Kann eine Platte ernsthaft schlecht oder mittelmäßig oder nur halbcool sein, auf deren Cover dich einer aus dem Mikrowellen-Fernseher angreift? An Freitag, dem 13.? An dem Tag, an dem sie erscheint? Eben.

06.02.2026

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