Mors Subita - Extinction Era

Review

Mika Lammassaari dürfte vielen in erster Linie durch ETERNAL TEARS OF SORROW bekannt sein, obwohl der Finne dort lediglich ein Album mit eingespielt hat. Mittlerweile ist er offiziell ausgestiegen – zumal die Band seit 2013 ohnehin kein wirkliches Lebenszeichen in Form von Tonträgern mehr von sich gegeben hat. Seine eigentliche Liebe galt aber vermutlich immer seiner eigenen Band MORS SUBITA, die in wechselnden Besetzungen – er selbst ist einzig verbliebenes Gründungsmitglied – bereits seit 1999 existiert. Mit „Extinction Era“ versucht der Fünfer nun zum vierten Mal mit ihrer Mischung aus Melodic Death und modernem Thrash aus dem Durchschnitt auszubrechen, der den vorangegangenen Scheiben des öfteren attestiert wurde.

MORS SUBITA – Eigene Handschrift vorhanden?

Es dürfte eigentlich wenig überraschen, dass MORS SUBITA in ihren harten und schnellen Momenten an Bands wie RE-ARMED oder BLOODRED HOURGLASS erinnern, während in den melodischen Momenten auch typischer melancholischer Finnentod durchscheint, wie ihn unter anderem auch WOLFHEART zocken. Schließlich hat Herr Lammassaari in allen drei Bands bereits entweder live ausgeholfen oder war sogar offizieller Teil des Line-ups. Natürlich können dort gewisse Überschneidungen nicht ausbleiben, zumal sich der Stil zwischen Groove Metal und Melodic Death spätestens seit STAM1NA im Land der tausend Seen ohnehin größter Beliebtheit erfreut.

Ist bei MORS SUBITA trotzdem eine gewisse eigene Handschrift zu erkennen? Der Beginn des Albums, vor allem natürlich „Sick“ lassen zumindest erkennen, dass die fünf Herren das Gaspedal noch ein wenig mehr durchdrücken, als die genannten Landsleute und auch besonders durch das aggressive Organ von Eemeli Bodde um einiges brutaler klingen, als diese. Hat man sich aber von dem kräftigen Tritt ins Gesäß ein wenig erholt, stellt sich auch schnell Ernüchterung ein, da Variantenreichtum nicht unbedingt zu den Stärken des Herrn Bodde zählt, schreit er sich doch letztlich auf die immer gleiche Weise durch die Songs.

A propos Variantenreichtum: Auch in puncto Songwriting ist diesbezüglich noch einiges an Luft nach oben. Die häufig verwendeten klassischen Groove-Riffs sind zwar nicht ineffektiv, aber eben auch recht simpel gestrickt. Interessanter wird es dann schon in Nummern wie „Into Eternity“, das zu Recht als Single ausgekoppelt wurde und mit einer Melodie glänzt, die den Song auch wirklich tragen kann. Leider sind solche echten Highlights insgesamt deutlich zu rar gesät. Auch Überraschungen, wie den 1:48-Klopper „Disconnect“, gibt es einfach zu selten.

Gibt es auch in besser und spektakulärer – „Extinction Era“

Keine Frage, MORS SUBITA treten auf „Extinction Era“ ordentlich Arsch und haben auch die ein oder andere schöne Melodie im Repertoire. Aber letztlich gilt auch hier das, was für die letzten Longplayer der Finnen galt: Das hat man alles schon in besser und spektakulärer gehört. Handwerklich gibt es nichts zu meckern, aber das Songmaterial fällt bei vergleichbaren Bands, die allesamt Landsleute sind und bei denen Mastermind Mika Lammassaari oft auch selbst schon gezockt hat, gerade in letzter Zeit wesentlich stärker aus. Beispielhaft seien hier die Labelkollegen BLOODRED HOURGLASS genannt. So ist leider auch Album Nummer vier wieder genau das, was auch schon die letzten drei Platten waren: Etwas besserer Durchschnitt.

24.10.2020

"Time doesn't heal - it only makes you forget." (Ghost Brigade)

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