Necrotted - Kingdom Of Hades

Review

Nicht nur eines der mittlerweile bedeutendsten deutschen Festivals fand seinen Ursprung im schwäbischen Abtsgmünd. Auch eine Formation namens NECROTTED erblickte anno 2007 in dem beschaulichen Örtchen das Licht der Welt und könnte mit Disziplin und Schweiß einen ähnlich erfolgreichen Weg einschlagen wie besagtes Festival.

Nach gut zwei Jahren ist das erste vertonte Ergebnis des Quintetts die äußerst respektable EP „Kingdom Of Hades“, entstanden unter der Regie von Roger Grüninger und Achim Köhler. Beide durchaus erfolgreich im Vertonen von harter Mucke und Wegbereiter für das drückende Soundgewand der Schwaben. Eines wird bereits nach dem Intro „Enter The Hades“ und dem krachenden „Charon“ klar, die Jungs wissen ihre Instrumente zu bedienen. Stilistisch im Fahrwasser von Kappeln wie JOB FOR A COWBOY oder ON BROKEN WINGS beweisen NECROTTED Stilsicherheit und Mischen Genretypisches mit einer Portion Eigenständigkeit, die allerdings an manchen Stellen noch etwas ausgeprägter sein darf. Technisch hält der Fünfer das Eingangsniveau und akzentuiert die blastigen Riffattacken mit Growls, die durchdringender kaum sein könnten. Anfangs etwas befremdlich, fügt sich das mit deutschen Texten versehene „Metamorphosis“ nach einigen Durchgängen recht gut in das Gesamtbild. Das am Ende der 5-Track EP stehende Stück „The Reason Why A Super Sweet Emo Boy Is Cuter Than Your Dwarf Rabbit“ ist leider etwas deplatziert. Gedacht als Seitenhieb in Richtung der Emo-Bewegung, hätte ich mich durchaus mehr gefreut über einen weiteren „ernsthaften“ Song.

Genug der Kritik, denn hier ist Jammern auf hohem Niveau angesagt. Bleiben NECROTTED ihrem Weg treu, dürfte uns bald der nächste Exportschlager aus der beschaulichen Provinz um Abtsgmünd ins Haus stehen.

07.01.2011
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