Nesseria - Nesseria

Review

Metalcore aus Frankreich hatten wir hier schon. Dass dieser, wie im Falle NESSERIAs aber auch in der dazugehörigen Landessprache vorgetragen wird, ist meines Wissens neu.
Wenn das der Beitrag zur deutsch-französischen Freundschaft sein soll, muss man sich nicht wundern, wenn es bald mal wieder zu natogipfelmäßigen Ausschreitungen im Grenzgebiet kommt.

Tja, und Gott sei dank ist der Deutsche froh, wenn er sich in Vorurteilen suhlen kann. Manchmal hilft es eben, einfach mal den berühmten zweiten Blick zu riskieren, um zu erkennen, dass ein plakatives Label wie Metalcore eventuell auch nur gewählt wurde, weil sich der tatsächliche Inhalt nur sehr schwer beschreiben lässt.

Tatsächlich präsentieren uns NESSERIA auf ihrem selbstbetitelten Debüt (zuvor wurden drei Splits veröffentlicht) aber einen (im positiven Sinn) sehr eigenwilligen, interessanten Mix aus viel Hardcore und Black Metal, sowie etwas Death Metal und noisigen Elementen, der mit dem melodischen Einheitsbrei à la KILLSWITCH LAY DYING und Klonkonsorten ungefähr so viel zu tun hat, wie ein edler Bordeaux-Wein mit Sangria aus dem Eimer.
Der Überraschungsfaktor lag beim ersten Hören von „Nesseria“ also ganz klar auf Seiten der Franzosen.

Musikalisch gibt es zumeist ordentlich auf die Mütze. Selbst dann, wenn dem Blastbeat die brutale, dichte Soundwand vorgezogen wird. Melodische Leads sind eher die Seltenheit, doch wenn es dann und wann soweit ist, bilden sie einen sehr effektiven Kontrast zum harschen, feindseligen Gesamteindruck der Platte.
Apropos Gesamteindruck: Der kann am besten als wirr, chaotisch, intensiv, aggressiv, komplex, aber in manchen gediegeneren Momenten auch schon fast als besinnlich beschrieben werden. Typisches Hardcoreriffing switcht von einer Sekunde auf die andere zu nervtötendem Gequietsche, Black Metal wechselt sich mit bleischwerem Doom ab. Und zu guter Letzt erinnert mich der Gitarrensound extrem an ENSLAVEDs „Mardraum“. An Abwechslung mangelt es NESSERIA also mitnichten.

Leider schwächelt die Scheibe aber gegen Ende ein wenig ab (mal ganz davon abgesehen, dass man hier nicht mit chartkompatiblen Singles rechnen sollte), trotzdem sind NESSERIA eine der wenigen neuen Bands, denen man die Promomär vom eigenen Stil und der Erschaffung von etwas völlig Neuem abnimmt, da die Hingabe zu jeder Zeit spürbar ist.

Wer jetzt nur etwas neugierig geworden ist, sollte die Band definitiv einmal anchecken.

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11.02.2010

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