Sepultura - The Cloud Of Unknowing

Review

Während ihrer nach wie vor andauernden Abschiedstour, haben SEPULTURA an einigen Songs gearbeitet, wenn auch eher unterbewusst. Laut Andreas Kisser habe die Band laufend gejammt, während Drummer und Jungspund Greyson Nekrutman immer wieder mit neuen Ideen dahergekommen sei. So ist die Entscheidung gefallen, dass mit „The Cloud Of Unknowing“ ein finaler Output produziert werden soll.

SEPULTURA drücken das Gaspedal durch und gleichzeitig auf die Tränendrüse

Schon mit dem Opener „All Souls Rising“ machen die Brasilianer eines deutlich: „Wir meinen es ernst „! Selten war die Band schneller und härter, aber auch experimentierfreudiger. Das fängt bei den klassischen Streiereinsätzen an und hört beim anfangs extrem klinischen Sound noch lange nicht auf. Danach folgt die Power-Ballade (darf man diesen Begriff heute überhaupt noch verwenden?) „Beyond The Dream“, bei der Derrick Greens warme Stimme verletzlich und ritterlich wie von einem 25jähriger Musikstudenten klingt.

„The Cloud Of Unknowing“ reicht nicht aus

„Sacred Books“ könnte in der Cavalera-Ära um „Chaos A.D.“ entstanden sein, zumindest bis das jazzige Bar-Piano einen exzentrischen Unterstrich setzt. Auch das weggaloppierende (und trotzdem blitz tighte!) Schlagzeug lässt den Track nicht einfach in die Gehörgänge rauschen. Das Grand Final läutet dann wiederum „The Place“ ein. Ein Song, der genauso gut auf „Machine Messiah“ enthalten sein könnte, ehe sich das letzte Drittel in eine wilde Mischung aus Death Metal und klassischen SEPULTURA verwandelt.

Es passiert also viel auf dem letzten Studio-Werk der Thrash-Pioniere. Damit erzählt „The Cloud Of Unknowing“ keine abschließende Geschichte und folgt mitnichten einem roten Faden. In der Komplexität und den avantgardistischen Ansätzen brauchen die Fans eigentlich eine längere Tracklist, sprich ein ganzes Album. Der Stoff, den die vier Songs liefert, ist jedenfalls spannend genug, um noch mehr daraus zu machen.

16.04.2026

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