
Soundcheck Februar 2026# 19
Galerie mit 13 Bildern: Space Of Variations – Euroblast 2021


Was eigentlich ein Karrierestart werden sollte, verlief für SPACE OF VARIATIONS äußerst unglücklich: Der Release ihres Debüts „Imago“ wurde zunächst von den letzten Ausläufern der Pandemie und anschließend vom russischen Überfall auf die Ukraine überschattet. Die Band konnte die Platte daher nicht mit einer Tour unterstützen und war mit anderen Dingen beschäftigt. Doch sie ließen sich nicht unterkriegen und starten vier Jahre später einen zweiten Anlauf. Der Krieg wütet leider noch immer, doch immerhin darf die Band das Album live im Vorprogramm von DYMYTRY PARADOX vorstellen.
Vergiften SPACE OF VARIATIONS ihre Kunst?
Die Welt hat sich in den vergangenen Jahren deutlich stärker verändert als die Musik der Ukrainer. Nach wie vor dominiert Metalcore amerikanischer Prägung, den sie mit elektronischen Elementen anreichern. Diese nehmen jedoch keinen dominierenden Platz ein, wie es bei Trancecore-Bands wie ELECTRIC CALLBOY der Fall ist, sondern bleiben meist im Hintergrund oder setzen gezielte Akzente.
Im Vergleich zum Vorgänger stimmt das Verhältnis zwischen ruhigen, clean gesungenen Passagen und typischen Metalcore-Breakdowns mit aggressiven Screams deutlich besser. Reine Schmachtfetzen fehlen, und der Härtegrad bewegt sich konstant in einem Bereich, der das „Metal“ im „Core“ rechtfertigt. Das hindert SPACE OF VARIATIONS jedoch nicht daran, äußerst eingängige Refrains wie in „Parallel Realities“ zu schreiben, die echte Ohrwurmqualitäten besitzen.
Zwischendurch lockert die Gruppe die Songs mit ein oder zwei genrefremden Schmankerln wie einer Rap-Passage auf. Über weite Strecken dokumentiert „Poisoned Art“ jedoch den Reifeprozess einer Band, die zunehmend zu ihrem eigenen Sound findet.
„Poisoned Art“ ist ein Schritt nach vorne
Mit ihrem zweiten Album machen SPACE OF VARIATIONS in vielerlei Hinsicht einen Schritt nach vorne. Es ist ein kohärenteres, reiferes Werk mit schlüssigeren Songs und stärkeren Tracks. Der zweite Anlauf ist damit geglückt, und gemeinsam mit den Liedern der EP und des Debütalbums lässt sich nun eine passable Setlist zusammenstellen. So kann es weitergehen!

Space of Variations - Poisoned Art
Jannik Kleemann





























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