Sulphur Aeon - Gateway To The Antisphere

Review

SULPHUR AEON sind aus den gegenwärtigen Diskussionen innerhalb der Death-Metal-Szene nicht herauszudenken. Das Zweitwerk der Nordrhein-Westfalen “Gateway To The Antisphere“ scheint schon die Platte des Jahres zu sein, bevor es überhaupt den Weg in die Läden finden konnte. Keine Frage, da ist es Zeit für ein Rundumcheck. Ist das Trio tatsächlich so besonders? Sprechen wir von Deutschlands aktuell eigenständigster Todestruppe? Erfüllt auch das zweite Album die Erwartungen jenseits kopflosen Hypes? Eine durchaus spannende Fragenserie, auch weil dieses Album einmal mehr einen derartigen Heidenspaß macht.

Beginnend vielleicht bei dem wesentlichsten oder zumindest als solches kolportiertes Detail, der Produktion, die ohne Zweifel klarer und mit mehr Druck aus den Boxen schallt. Unterstellungen, es halte sich hierbei um eine musikalische Typveränderung oder dergleichen erscheinen dahingehend schlichtweg absurd, lediglich der knietiefe Matsch, indem “Swallowed By The Ocean’s Tide“ noch steckte, ist verschwunden. Auch für mich hat ebendieser zur Gesamtatmosphäre beigetragen, doch auch der Rahmen des Neuwerks hat durchaus seine Reize. Insbesondere die herrlich umnachtete Detailverliebtheit der beiden DECEMBER FLOWER-Musiker T. (Gitarren und Bass) sowie D. (Schlagzeug) kommt auf diesem Album einfach besser zum Tragen, beziehungsweise findet schneller den Draht zum Hörer.

Das Hanebüchene einer Aussage völliger Veränderung belegt allerdings die abermals verdammt nochmal mächtige Atmosphäre, die auch “Gateway To The Antisphere“ von vorne bis hinten ausstrahlt. Eigentlich strahlt hier ganz und gar nichts, viel mehr verschlingt die Platte gleich einem schwarzen Loch ungefähr alles Umgebende. Ohne Gnade, ohne Hoffnung. Düster. Brutal. Einen großen Beitrag dazu offenbart erneut Sänger M., der SULPHUR AEON mit seinem durchdringenden Stil, die tiefsten Pforten der Hölle zu öffnen, sehr nahe an atmosphärische Hochklassewerke der Marke BEHEMOTH oder MORBID ANGEL bringt.

Oft fühle ich mich an einen bissigen Hybrid aus “The Satanist“, frühen MA’s und dem kürzlich erschienen Brachialknaller von HEAVING EARTH erinnert, und doch geht “Gateway To The Antisphere“ seinen eigenen, bewusst knöchernen, Weg. Zwar gehen die besonders zelebrierenden Hämmer der Marke “Calls From Below“ am stärksten an die Substanz, doch Stücke qualitativ herauszuheben wäre eine Farce.  Die Plattitüde, SULPHUR AEON müsse man erleben nicht beschreiben, kann man sich eigentlich getrost sparen, doch kaum eine Geißelung aus der Schattenwelt dürfte dieser Tage so ekstatisch wirken wie das neue Album der Nordrhein-Westfalen.

09.04.2015
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