The Dark Side Of The Moon - Metamorphosis

Review

Eine Band, die Songs aus bekannten wie beliebten Film- und Videospielsoundtracks im Melodic-/Symphonic-Metal-Stil covert? Da ist es relativ klar, dass die Views bei den bisher veröffentlichten Singles auf YouTube durch die Decke gehen. So ganz wollten sich THE DARK SIDE OF THE MOON, eine Supergroup bestehend aus Jenny Diehl, Hans Platz (beide FEUERSCHWANZ), Melissa Bonny (AD INFINITUM) und Morten Løwe Sørensen (AMARANTHE) aber nicht auf die Qualitäten anderer verlassen und haben für ihr Debüt „Metamorphosis“ auch ein paar eigene Songs mit dazu gepackt.

THE DARK SIDE OF THE MOON – Metal für Nerds?

Der Bandname hat natürlich nichts mit PINK FLOYD zu tun, dies nur am Rande. Die Band gründete sich auf einer Wette von Bonny und Platz beruhend, welche Platz gewann und Bonny dazu aufforderte, „Jenny Of Oldstones“ („Game Of Thrones“) in einem düsteren Metalgewand aufzunehmen. Der Rest ist dann Geschichte und es entwickelte sich ein komplettes Debütalbum aus der fixen Idee.

THE DARK SIDE OF THE MOON beschränken sich dabei nicht auf irgendwelche Nischenfilme, -serien und -videospiele, es werden viele Titel der Popkultur mit einer Hommage versehen. Los geht es mit „Legends Never Die“. Das Stück wurde ursprünglich für die „League Of Legends“ World Championship 2017 von AGAINST THE CURRENT geschrieben und funktioniert hier als Albumopener sehr gut.

„Misty Mountains“ entstammt der „Hobbit“-Filmtrilogie und kommt hier samt Feature von Tom S. Englund (EVERGREY) um die Ecke. Dadurch gewinnt das zum Duett gewachsene Stück merklich an Klasse, Englunds und Bonnys Stimme bilden eine stimmige Einheit. Ein echtes Highlight für „Harry Potter“-Fans stellt das Medley aus dem weltberühmten „Hedwig’s Theme“ und „Double Trouble“ (aus „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“) dar. Das Theme von John Williams hat wohl jede:r im Ohr und wird hier genial von Gitarre und flotten Drums begleitet. Als Gast ist hier, wie auch auf weiteren Stücken, Rusanda Panfili an Bord, welche den Song mit ihrer Violine untermalt. Potter- und Metalfans sollten hier im siebten Himmel sein.

Von „The Witcher“ bis „Game Of Thrones“

Mehr Gaming-Content gefällig? Mit „The Wolven Storm (Priscilla’s Song)“ wagen sich THE DARK SIDE OF THE MOON an einen der wohl emotionalsten Momente der „The Witcher“-Saga, genauer gesagt geht es um den dritten Teil der Serie, welcher ohnehin eines der besten Rollenspiele der letzten zwanzig Jahre darstellt. Neben der „Hobbit“-Reihe findet auch „Der Herr der Ringe“ mit ENYAs „May It Be“, hier mit Unterstützung von Charlotte Wessels (ex-DELAIN) Beachtung.

Weiter geht die wilde Reise durch den Medienkosmos mit „If I Had A Heart“, welches im Original von FEVER RAY stammt und unter anderem als Opening der erfolgreichen Serie „Vikings“ verwendet wird. Das getragene Stück gehört dabei aber zu den weniger auffälligen des Albums. Ganz im Gegenteil zum wesentlich flotteren „The Hanging Tree“ aus dem „The Hunger Games“-Soundtrack von James Newton Howard, gesungen im Original von Katniss-Darstellerin Jennifer Lawrence. Hier stimmt wieder alles, prägnante Strophen treffen auf einen ohrwurmigen Refrain und ein flottes Gitarrensolo.

Den Abschluss des Albums bildet die Ballade „Jenny Of Oldstones“, welche im Original aus der vieldiskutierten achten Staffel von „Game Of Thrones“ kommt und im Abspann der entsprechenden Folge von FLORENCE AND THE MACHINE interpretiert wird. Das erste Stück der Band schließt somit das Album ab.

Auch von eigener Seite aus gibt es was auf die Ohren – „Metamorphosis“

Aber auch an der Eigenkompositionsfront kann die Band mit starken Songs punkten. „The Gates Of Time“ ist ein guter symphonischer Metalsong mit exzellenter Gitarrenarbeit, welcher beweist, was Hans Platz an seinem Saiteninstrument drauf hat. Melissa Bonnys Stimme ist ohnehin über jeden Zweifel erhaben und thront auch über diesem Stück geradezu majestätisch. „First Light“ ist eher unauffällig, „New Horizons“ hingegen eine starke Powerballade.

Insgesamt ist „Metamorphosis“ ein Freudenfeuer für Fans der genannten Filme, Serien und Videospiele. Doch auch abseits davon können die Cover und Eigenkompositionen überzeugen. Ist ja auch wenig verwunderlich, wenn man bedenkt, dass hier gestandene Musiker und Musikerinnen am Werk sind.

05.05.2023

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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