Pink Floyd - The Dark Side Of The Moon

Review

Unter "Blast From The Past" erscheinen jeden Mittwoch Reviews zu Alben, die wir bislang nicht ausreichend gewürdigt haben. Hier gibt es alle bisher erschienenen Blast-From-The-Past-Reviews.

Circa 50 Millionen verkaufte Tonträger weltweit und ein Werk, welches auf der gesamten Welt bekannt ist. Nach „Thriller“ von MICHAEL JACKSON und „Back In Black“ von AC/DC gilt „The Dark Side Of The Moon“ als das drittmeiste verkaufte Album. Im März 1973 steht das achte Studiowerk von PINK FLOYD in den Plattenläden. Das eigentliche Release ist knapp 50 Jahre alt. Während der Tour 1994/1995 erhielt die Scheibe größere Aufmerksamkeit, da im zweiten Teil der Show der komplette Longplayer live performt wurde.

50 Millionen Tonträger wurden von „The Dark Side Of The Moon“ verkauft

Syd Barrett, ehemaliger Gitarrist und Songwriter von PINK FLOYD, ist der ungewollte Ideengeber für die Protagonisten. Barrett verzweifelte an vielen Dingen und Roger Waters Idee lag in einem Konzeptwerk, die Erfahrungen mit Barrett Revue passieren zu lassen. Anonyme Machtstrukturen, Zeit, Geld aber auch den Kriegswahn der frühen 70er Jahre will Waters aufzeigen. Die Ideale der Hippiebewegung gingen verloren und färben auf die Texte ab.

Die Folk-Rock-Band MEDICINE HEAD veröffentlicht Anfang der 70er Jahre ebenfalls „Dark Side Of The Moon“. Die Scheibe war jedoch ein kommerzieller Flop und so entschieden sich PINK FLOYD für den Namen „The Dark Side Of The Moon“ und gegen die mögliche Alternative „Eclipse“. Bereits circa ein Jahr vor der Veröffentlichung spielen PINK FLOYD die komplette Scheibe im Londoner Rainbow Theatre für die Pressevertreter. Der Melody Maker dazu: „musikalisch gibt es einige großartige Ideen, aber die Soundeffekte ließen mich oft fragen, ob ich in einem Vogelkäfig im Londoner Zoo bin.“

Töne von PINK FLOYD werden mit dem Londoner Zoo in Verbindung gebracht

Das instrumentale Intro „Speak To Me“ eröffnet mit Gelächter für „Breathe“. Die beiden Tracks heben zusammen die alltäglichen, aus Sicht der Songschreiber sinnlosen Elemente des Lebens hervor, die die allgegenwärtige Bedrohung durch den Wahnsinn begleiten. Die Wichtigkeit, das eigene Leben zu leben, wird hervorgehoben. Menschen, welche die Liveshow aus den 90ern kennen, dürfte „On The Run“ in guter Erinnerung sein. Als spezieller Showeffekt wurde ein Flugzeugcrash simuliert. Waters thematisiert instrumental seine Flugangst.

Die Soundcollage eines Weckers mit dem Takt einer Uhr bilden den Auftakt zu „Time“, einer der Hits auf  dem Album. Konzeptionell wird untersucht, wie die Zeit in ihrer Art und Weise das Leben kontrolliert. Der Song soll auch eine Warnung an Menschen darstellen, die sich ausschließlich mit weltlichen Dingen beschäftigen. Es folgt der Rückzug in die Einsamkeit und mit der Metapher über den Tod, „The Great Gig in The Sky“, endet die erste Seite des Albums. Wright wird von der Sängerin Clare Torrys bei „The Great Gig In The Sky“ unterstützt.

Das Geld klingelt in der Kasse

Die Registrierkasse eröffnet die zweite Seite der LP. „Money“ verspottet Gier und Konsumismus mit augenzwinkernden Texten und cash-bezogenen Soundeffekten. Der Song wurde zum kommerziell erfolgreichsten Track. „Us And Them“ thematisiert die Isolation der Depressiven mit der Symbolik des Konflikts und der Verwendung einfacher Dichotomien, um persönliche Beziehungen zu beschreiben. „The Violent Sequence“, welcher von Wright für „Zabriskie Point“ geschrieben wurde, bildet die Grundlage für den Track. „Us And Them“ wird zur Blaupause für unzählige progressiv orientierte Rocksongs und kreiert einen unglaublich intensiven Spannungsbogen in Kombination mit verträumten Songpassagen. Wright und Gilmour harmonisieren  ihre Stimmen, Saxofone und Soundcollagen runden einen Meistertrack auf einem Meisterwerk ab.

Der Übergang zum instrumentalen „Any Colour You Like“ ist fließend, setzt auf Synthesizer-Töne und bildet einen Kontrast zum Vorgängersong. „Brain Damage“ beinhaltet den Albumtitel “The Dark Side Of The Moon” im Refrain. Dramaturgisch mit Chorgesang und Stimmfetzen beziehungsweise Gelächter angereichert ist „Brain Damage“ ein weiterer Song, welcher sich nahtlos in das Gesamtkonstrukt der Scheibe einfügt und den Wahnsinn als die dunkle Seite des Mondes beschreibt. „Eclipse“ mit den abschließenden Herzschlägen lässt die LP ausklingen.

„The Dark Side Of The Moon“ lässt die Kasse bei PINK FLOYD klingeln

Ein Konzeptwerk, welches sich mit Zeit, Geld und Macht beschäftigt, wird zum Kassenschlager und gefeierten Meisterwerk weltweit. An der Produktion arbeitet ein gewisser Alan Parsons mit, welcher später mit THE ALAN PARSONS PROJEKT selbst zu Weltruhm kommt. Wie oft bei Meisterwerken unterliegt auch „The Dark Side Of The Moon“ anfänglicher Kritik. Musik für HiFi-Snobs oder der Ausverkauf von früheren künstlerischen Erfolgen wird PINK FLOYD vorgeworfen. Die Musik wäre billiger Gebrauchsrock vom Fließband. Interessant sei nur die letzte Textzeile von „Brain Damage“, „See You On The Dark Side Of The Moon“. PINK FLOYD beschreiben wo sie zu finden sind: hinterm Mond. Statements dieser Art sind in den 70ern nicht selten. Die Zeiten haben sich geändert und das Rolling Stone Magazin hat 2015 „The Dark Side Of The Moon” auf Platz 43 der besten Alben aller Zeiten gesetzt und auf Platz eins der progressiven Rockmusik.

Verschiedene Re-Releases wurden über die Jahre veröffentlicht. In den 80ern wurde der Titel mit der aufkommenden CD um das „The“ reduziert und zu „Dark Side Of The Moon“. Einen spanischen Namen gibt es ebenfalls: als „El Lado Oscuro De La Luna“ erschien das Werk zum Beispiel in einigen südamerikanischen Ländern. Insgesamt gibt es mehr als 1000 verschiedene Tonträgerauflagen in den knapp 50 Jahren. Egal welche Version, aber dieses Stück Musik ist zeitlos und klingt heute genauso gut wie in den 70ern oder 80ern.

PINK FLOYD spielte diverse Shows, welche frei im TV zu sehen waren. Ein legendäres Konzert fand 1989 auf einer schwimmenden Bühne in der Lagune von Venedig statt. Songs wie „Time“ oder „Money“ gehören zur Setlist. Alternativ sei die DVD „Pulse“ empfohlen. Im zweiten Teil der Show wird das komplette Werk von 1973 live performt.

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3 Kommentare zu Pink Floyd - The Dark Side Of The Moon

  1. Se Wissard sagt:

    Sehr sachlich und nüchtern, aber treffend geschrieben. Fast etwas emotionslos, wobei das zur Platte auch gut passt. War für mich nie der große Meilenstein, den haben Pink Floyd mit „Wish you were here“ dann vollbracht. Aber darüber kann man sich letztendlich bis in die Unendlichkeit streiten.

    Als nächstes dann den King Crimson- und Emerson, Lake and Palmer-Blast. Und wenn ihr noch ein bisschen Zeit habt, macht doch mal ein Zappa-Special mit Discographie-Check, hehehe.

    9/10
  2. Broesli sagt:

    Mein Pink Floyd Album no 1 ist Animals aber Dark Side ist natürlich genau so ein Klassiker wie Dein benanntes Wish….
    Verbinde Animals mit unmengen Ganja und später langen Bahnfahrten zu meiner späteren Frau. Von Daher…
    Pink Floyd eh sehr persönliches Erlebnis, denk ich.

    8/10
  3. Nici67 sagt:

    Das nonplusultra von Pink Floyd ist für mich Animals aber Dark Side ist natürlich auch ein Klassiker.

    9/10