Tygers Of Pan Tang - Electrifyed

Review

TYGERS OF PAN TANG, die gibt es noch? 1978 zur NWoBHM gegründet und 48 Jahre später mit einem neuen Album am Start. „Electrifyed“ nennt sich der neue Streich und stellt zwangsläufig die Frage, ob die Tiger ihre Fans elektrisch bearbeiten wollen oder ob die Truppe selbst durch die eigene Musik elektrisiert ist. Der Vorgänger „Bloodlines“ aus dem Jahr 2023 konnte überzeugen. Wie klingt „Electrifyed“ drei Jahre später?

„Electrifyed“ möchte an die frühen Tage anknüpfen

Laut eigenen Aussagen soll „Electrifyed“ an die frühen Tage der Band anknüpfen. Hier wird das Debüt „Wild Cat“ als mögliche Referenz angegeben. Sowohl „Wild Cat“ als auch das nachfolgende Album „Spellbound“ liefern einen gewissen Wortwitz. Der Hit auf „Wild Cat“ nennt sich „Wild Catz“ und aus „Spellbound“ wird „Hellbound“. Derartige Spielerein stechen auf „Electrifyed“ nicht sofort ins Auge.

TYGERS OF PAN TANG sind 2026 eine international besetzte Band, wo mit Gitarrist Robb Weir noch ein Gründungsmitglied mit an Bord ist. John Foottit ist neu an der Gitarre dabei, sodass sich die italienische Fraktion auf Sänger Jacopo „Jack“ Meille reduziert. Wie in den 80ern agieren TYGERS OF PAN TANG anno 2026 zwischen Hard Rock und Heavy Metal, wo der Einstieg Namens „Rise Up!“ ein perfektes Beispiel ist.

10 Stücke kredenzen uns die Tiger, alle mit einer Laufzeit zwischen mehr als vier und weniger als sechs Minuten. Die Sachen gehen nach vorne, wie zum Beispiel „The Power That Be“, liefern aber wenig nachhaltigen Eindruck. Es fehlt der letzte Schliff, der aus einem guten Song einen besonderen Song macht. Das nachfolgende „Dark Divinity“ verdient sich einen Punkt mehr mit seinem eingängigen Refrain und der starken Saitenarbeit. Dagegen steht der Titeltrack und elektrisiert nur bedingt, sodass sich die Schublade für solides Hard-Rock-Material öffnet.

Meeresrauschen und Spoken Words kündigen „The Nail“ an, wo der galoppierende NWoBHM-Rhythmus zum Vorschein kommt und das Ding insgesamt mutiger und abwechslungsreicher vom Songwriting wirkt, sodass „The Nail“ zu den hervorstechenden Tracks auf „Electrifyed“ gehört. Auch der direkte Nachfolger „The Fight Goes On“ lässt aufhorchen, bevor die Platte mit zwei Langläufern, die jeweils jenseits der fünf Minutenmarke agieren, sich der letzten Rille entgegendreht. Schlecht sind „Dark Skies“ und „Revenge Is Sweet“ nicht, aber der Funkenflug will nicht wirklich elektrisieren.

TYGERS OF PAN TANG liefern 2026 zu wenig hervorstechende Merkmale

„Electrifyed“ ist keine schlechte Platte, es fehlen aber die ganz großen Momente, die aus einer guten LP eine hervorstechende LP machen. Unterm Strich bleiben mit „Dark Divinity“, „The Fight Goes On“ und „The Nail“ drei Lieder, die von der Masse der soliden Rocker im Gedächtnis bleiben. Insgesamt läuft die neue Tiger-LP entspannt runter und sollte Fans von 80er-Hard-Rock oder der frühen NWoBHM ansprechen, ohne dass es eine zweite „Wild Cat“ oder „Spellbound“ auf dem Tisch liegt.

04.09.2026

Ein Leben ohne Musik ist möglich, jedoch sinnlos

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