Whistling to the Bird - Road To Lisdoonvarna

Review

Jungs und Mädels, jetzt ist Kontrastprogramm angesagt. E-Gitarren? Schlagzeug? Fehlanzeige. Stattdessen steht heute Volksmusik auf dem Programm.
„Volksmusik“, da denkt der deutsche Hörer natürlich vornehmlich an deutsche Volksmusik, die hierzulande nicht ganz so angesagt ist. Nein, bei WHISTLING TO THE BIRD haben wir es vielmehr mit irischem Folk, gespielt von einer deutschen Gruppe, zu tun, obwohl auch zwei deutsche Stücke auf „Road to Lisdoonvarna“ gelandet sind, darunter ein Walzer.

Vertont werden auf dieser CD hauptsächlich Stücke von zeitgenössischen Liederschreibern, dazu ein paar traditionelle irische Stücke und einige wenige, die von der Gruppe selbst geschrieben wurden. Ich kenne mich nun in irischer Volksmusik überhaupt nicht aus und kann daher auch nichts dazu sagen, wie die Stücke vertont wurden oder ob das gelungen ist. Die Lieder handeln natürlich hauptsächlich von der irischen Heimat oder der Liebe; manche sind auch rein instrumentale Tänze. Das Problem, das ich mit Volksmusik generell habe, ist die meiner Meinung nach fast immer dünne Atmosphäre, hauptsächlich hervorgerufen durch spärliche Instrumentierung, allerdings auch durch die in die Länge gestreckten begleitenden und seichten Motive, wie das bei derlei Musik nun mal der Fall ist. Nicht sehr stichhaltige Kritik, denn genauso gut könnte ich SLAYER vorwerfen, so fürchterlich verzerrte Gitarren zu benutzen. Vielleicht trägt auch die weitgehend gewissermaßen „naturbelassene“ Produktion dazu bei, dass vieles nicht sehr voluminös herüberkommt. Dennoch zu gefallen wissen unter anderen das Titelstück, ein hübscher Tanz, oder auch „Devils Dream“ und „Lonesome Boatman“, die bei mir Stimmung aufbauen können.

Man sollte nicht den Fehler machen, dieses Album bewusst und konzentriert hören zu wollen, denn das muss unweigerlich scheitern. Für einen geselligen Abend – unter Liebhabern solcher Musik, versteht sich – dürften WHISTLING TO THE BIRD mit „Road to Lisdoonvarna“ aber ein hübsches Album aufgenommen haben. Interessierte können das Album direkt über die Band beziehen.

21.08.2007

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1 Kommentar zu Whistling to the Bird - Road To Lisdoonvarna

  1. Anonymous sagt:

    Es ist ein ziemlich nettes Album, welches die mir zuvor gänzlich unbekannten Whistling To The Bird hier vorlegen.
    Man covert sich kreuz und quer von Sting über Tom Waits zu Schandmaul und gibt auch irische Traditionals und alte Volkslieder zum Besten. Innovativ mag wer anders sein, aber mir gefällt es.
    Schlagwerk ist mir nicht begegnet; Akkustikgitarren, Flöten und ich meine, eine Harfe, dominieren die Musik. Den Sänger, der etwa bei "Psalm" zu hören ist, finde ich gut, die weibliche Stimme etwa bei "Es führt über den Main" ist nicht so mein Fall, das Lied selbst könnte auch von den Irrlichtern stammen und ist sehr mittelalterlich angehaucht.
    Wer Schandmaul anplugged oder die Irrlichter mag und irische, ruhige Folklore, die eher Loreena McKennith als den Pogues nahe steht, macht mit dieser CD sicher nichts falsch.

    Grüße: der Herr Kröte

    7/10