
Im "Zenit der Dramaturgie"
Special
Von Englisch zu Deutsch: Von Angst zu Ausdruck
Wer die frühen Songs von FRIENDS DON’T LIE kennt, weiß: Die Band begann auf Englisch. Während sie bei Rock am Ring spielten, war die nächste EP bereits auf Deutsch fertig. Ein bewusster Bruch, gegen den Rat mancher aus der Branche.
Der Grund für den ursprünglichen Umweg über Englisch ist überraschend ehrlich: Angst, nicht Kalkül. „Mir fiel’s extrem schwer, so ehrliche, wichtige Themen auf Deutsch auszusprechen. Und auf Englisch klingt’s auch manchmal weniger cringe“, sagt Markus lachend. Er habe sich als Texter an seiner Muttersprache lange nicht wohlgefühlt: zu nah, zu direkt, zu wenig Abstandspuffer.
Casper nennt er als lyrische Referenz, die ihm schließlich zeigte, was deutschsprachige Musik an Dichte leisten kann. Seitdem gilt: „Die Art der Doppelreime und wie man’s in Metaphern ausdrückt, sind auf Englisch durch die Sprachbarriere einfach begrenzt.“ Auf Deutsch kann ich klar ausdrücken, was ich wirklich sagen will.“
„Zenit der Dramaturgie“: Mehr als ein Albumtitel
Der Albumtitel entstand aus einem spontanen Gedanken, den Markus beim Schreiben des ersten Albumsongs notierte: „Wir sind angekommen, Zenit der …“ – „Zenit des Dramas“ klang zu plump, „Zenit der Dramaturgie“ traf es. Der Begriff existiert eigentlich nicht, aber er funktioniert sofort. Die Band war sich einig.
Der Titel rahmt das Album thematisch, ohne ein Konzeptalbum daraus zu machen: Das übergreifende Bild ist das einer Gesellschaft, die sich auf einen Hochpunkt zubewegt, nach dem nur noch der Fall kommen kann. „Wir sind alle dabei, uns zu maximieren, alles größer, besser, schneller zu machen. Und dann hab ich überlegt: Was ist danach? Wenn alles perfekt ist, kann ja nur noch der Fall kommen.“ Gesamtgesellschaftlich, so Markus, steuern wir auf diesen Punkt zu, den wir zwar nie vollständig erreichen werden, uns aber unaufhaltsam nähern.
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Diana Heinbucher
































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