Mayhem
Das neue Album kommt im Februar, wir haben reingehört.

Special

Nach mehr als 40 Jahren Bandgeschichte präsentieren uns MAYHEM mit „Liturgy Of Death” ihr siebtes Studioalbum. Wir wollen den zum Teil fragwürdigen Kultstatus der Band weder diskutieren noch infrage stellen, sondern uns der Musik widmen.

Das Album „Liturgy Of Death” wird am 6. Februar 2026 über Century Media Records veröffentlicht. Im Zuge dessen haben die Band, das Label und die Promo-Agentur in Oslo, Paris und Berlin zu einer Pre-Listening-Session eingeladen. Wir sind am 20. Januar 2026 in Berlin dabei, wo sich Pressevertreter und Fans, die sich über verschiedene Gewinnspielformate akkreditieren konnten, treffen.

Der Monarch Klub in Berlin-Kreuzberg ist eine atmosphärische, kleine Bar direkt am Kottbusser Tor. Die Location ist düster. Man erreicht den Klub über eine Treppe im ersten Obergeschoss und blickt direkt auf die Berliner U-Bahn-Station. Im Klub selbst werden mittlerweile sogar Konzerte veranstaltet, bei denen man sich wirklich fragt, wo Platz für Bands und Fans geschaffen wird.

An diesem Abend soll es um „Liturgy Of Death”, das neue Album von Mayhem, gehen. Es wird in Gänze, inklusive seiner beiden Bonustracks, exklusiv vorab gestreamt. Bei einem leckeren Kaltgetränk können die Anwesenden den Albumklängen lauschen.

Der Opener „Ephemeral Eternity“ startet nach einem dezenten Intro und Chorgesängen ordentlich durch, fällt in der Mitte etwas in den Doom-Bereich ab und spielt mit markanten Vocals in eindringlichen, dissonanten Midtempo-Gitarrenwänden, ehe es zum Ende hin wieder flotter zur Sache geht. Die beiden anschließenden Songs „Despair“ und „Weeping For Nothing“ waren bereits als Vorabsingles zu hören und können beide überzeugen. „Despair“ startet sehr elegant mit choralem Einstieg, ehe es kräftig nach vorne geht. Vor allem „Weeping …“ punktet mit Vielseitigkeit und ist ein Manifest starker Gitarrenarbeit und eines vielseitigen Arrangements. Vor allem der düstere, langsame Part überzeugt mit präzisem, reminiszentem Gitarrenspiel, teilweise stark operesken Gesangspassagen und Raum für Überraschungen.

Vom Songwriting her darf man generell wirklich nicht meckern: Auch der nächste Track, „Aeons End”, startet mit einem fulminanten Einstiegsriff und hält die Basis mehr als solide. „Funeral Of Existence” beginnt dezent düster mit fast elegischer Disharmonie, bevor er im Midtempo mit schönen Leads weiterzieht. Im zweiten Teil des Tracks gibt es dann wieder richtig auf die Mütze. Auch „Realm Of Endless Misery” ist eine abwechslungsreiche Nummer mit einem obskuren Basssolo. „Propitious Death” geht dann noch einmal richtig in die Vollen mit heftigen Gitarrenattacken und coolen Palm Mute-Parts. Der letzte offizielle Track des Albums, „The Sentence Of Absolution”, rundet das Album sehr sphärisch ab: Nach einem seichten, düsteren Intro thront der Track mit versierter Raserei und endet nach mehr als sieben Minuten mit einem verstörenden Voodoo-Outro.

Für Liebhaber gibt es auf den Spezialversionen des Albums noch zwei Bonustracks: „Life Is A Corpse You Drag” ist als Vorabsingle bereits erhältlich und kann sich qualitativ mit den Albumtracks messen. Die gelungene Mischung aus extrem schnellen Parts und atmosphärischen Einschüben, die mit Attilas bedrohlichen Vocals garniert sind, funktioniert auch hier. „Sancta Mendacia” poltert mit dominantem Einstiegsdrumming los, ehe er sich irgendwo in der Mitte einpendelt und mit harten Gitarrenwänden, präzisen Leads und punktuellem, brutalem Schlagzeug noch einmal überzeugt.

Der erste und einzige Hördurchlauf an diesem Abend hinterließ einen guten Eindruck und zeigte die Band mit den beiden Hauptsongwritern Teloch und Ghoul als versiert und abwechslungsreich. Beide haben in mehr als zehn Jahren Bandzugehörigkeit das musikalische Bild stark geprägt. Somit kann man die Band als ernsthafte Weiterentwicklung wahrnehmen und ihr ein Standing attestieren, das nicht auf infernalischen Geschichten aus den Geschichtsbüchern des Black Metal beruht. MAYHEM vereinen auf ihrem siebten Album Vergangenheit, Gegenwart und Ausblick auf die Zukunft. Es wirkt sehr durchdacht und kalkuliert, lässt in seiner Umsetzung aber sowohl technisch als auch vom Aufbau her keine Wünsche offen. Insgesamt darf man „Liturgy Of Death” als gelungene Fortführung des letzten Albums „Daemon” betrachten, das sich jedoch in puncto Songwriting noch abwechslungsreicher präsentiert.

Nach dem Albumkonsum wird uns Sänger Attila dann noch via Zoom zugeschaltet. Er ist gut gelaunt und merklich vorfreudig, was die Veröffentlichung der Scheibe angeht. Er wartet gerade in den sonnigen Staaten auf einen Bekannten, der ihn zum Flughafen bringen soll. Wir erfahren viel über die Entstehung des Albums, das vornehmlich von den beiden Gitarristen und ihm entwickelt wurde. Dass es sich bei „Liturgy Of Death” inhaltlich um ein Konzeptalbum handelt, das sich mit dem Tod beschäftigt, ist angesichts des Albumtitels und der Artworkgestaltung keine echte Überraschung.

Attila freut sich zudem, auf der anstehenden „Death Over Europe“-Tour mit MARDUK und IMMOLATION auch neues Material präsentieren zu dürfen. Der Fokus wird dabei klar auf den vier Vorabsingles liegen, sodass wir uns auf eine bunte, abwechslungsreiche Setlist freuen dürfen, die uns 40 Jahre Bandgeschichte um die Ohren werfen wird. Attila selbst wirkt an diesem Abend alles andere, als man es sich bei einem griesgrämigen Black-Metal-Sänger vorstellen würde. Er scherzt viel und ist sichtlich zufrieden mit der Bandkonstellation sowie dem bevorstehenden Album-Release. Wir verlassen die Listening Session an diesem Abend mit einem durchweg positiven Eindruck und können Fans von anspruchsvollem Black Metal nur empfehlen, nach der Veröffentlichung in die Platte hineinzuhören.

Hier geht es zum Preorder.

Hier nochmal die Tourdaten:

Mayhem – Death Over Europe 2026

07.02.26Kulturwerk, Herford
Mayhem, Marduk und Immolation
18.02.26Kulturfabrik Kofmehl, Solothurn
Mayhem, Marduk und Immolation
19.02.26SiMM City - Festsaal Simmering, Wien
Mayhem, Marduk und Immolation
20.02.26Airport Obertraubling, Obertraubling
Mayhem, Marduk und Immolation
22.02.26Huxleys Neue Welt, Berlin
Mayhem, Marduk und Immolation

Vor Ort haben dem Album gelauscht: Sabine Langner, Marcel Schlensog & Oliver Schreyer.

Quelle: Oktober Promotion
25.01.2026

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