
Old Ruins
Stay a while and listen!
Interview
OLD RUINS haben grade ihr zweites Album „Mount Arreat“ veröffentlicht und die Latte dabei nochmal ein bisschen höher gelegt, als mit ihrem 2023er Langspiel-Debüt „Always Heading East“. Ein guter Grund, sich von den Melodic Black Metallern aus Gelsenkirchen mal ein kleines Update einzuholen, auch weil in Gaming-Kreisen das persönliche Steckenpferd der Band grade wieder in aller Munde ist. Gitarrist Ersin war so freundlich, uns Rede und Antwort zu stehen.

Old Ruins – Mount Arreat
Hi Ersin. Erstmal die wichtigste Frage: Auf der Blizzcon wurde zufälligerweise grade Diablo V angekündigt, wie aufgeregt seid ihr?
Hallo! Wir sind sehr aufgeregt, auch wenn es wohl erst 2030 rauskommt, aber wir sind schon sehr gespannt was da auf uns zukommt.
Nun aber mal Spaß beiseite. Wart ihr mit den Resonanzen zu „Always Heading East“ zufrieden und haben diese die Entstehung von „Mount Arreat“ beeinflusst? Wie sieht der Songwriting-Prozess bei euch grundsätzlich aus?
Wir waren mehr als zufrieden mit der Resonanz, die wir zu „AHE“ bekommen haben, aber wir versuchen uns nicht davon beeinflussen zu lassen. Wir haben uns bei „Mount Arreat“ einen roten Faden zur Story gelegt, damit wir uns auch passende Riffs oder Melodien dazu überlegen, die auch Sinn ergeben.
Sonst experimentieren wir halt auch viel, jetzt nicht auf einem Acid-Jazz Level, aber wir verwerfen dann auch mal ganze Songstrukturen, weil es irgendwie nicht so funktioniert, wie man es sich vielleicht vorgestellt hat. „Once There Was Light“ ist z.B. ein Fall davon, wo wir den Song fünfmal oder so umgeschmissen haben, bis er so gezündet hat, wie wir das wollten.
Habt ihr eigentlich manchmal Angst, dass ihr auf Grund eurer thematischen Ausrichtung irgendwann Post von Blizzard im Briefkasten habt? Große Medien-Unternehmen können ja manchmal etwas komisch im Umgang mit ihren Marken und Fan-Projekten sein.
Da haben wir zum Glück unsere Hausaufgaben wenigstens etwas gemacht und sollten, soweit es geht, sicher sein. Wir benutzen ja keine offizielle Musik oder Bildmaterial mit Copyright/Trademark. Unsere Sache fällt deswegen noch unter Fair Use, weil wir die Geschichte mit unserer eigenen Musik erzählen und die genannten Namen fallen unter „Creative Reference“, was so viel heißt wie, ich kann einen Song machen, der über Freddy Krueger geht und ihn auch so benennen, so lange in diesem Werk keine geschützten Elemente wieder zu erkennen sind, z.B. die Melodien aus dem Soundtrack die im Film verwendet wurden.
Inhaltlich habt ihr euch diesmal ganz dem Diablo-II-Add-On „Lord Of Destruction“ gewidmet, richtig? Habt ihr vor, die Story der Reihe weiterhin Stück für Stück zu erschließen?
Ja, das ist richtig, in „Mount Arreat“ geht es um die Geschichte in „Lord of Destruction“. Aber wir wissen das ehrlich gesagt so noch nicht, was als nächstes kommt. Es gibt da so viele Geschichten und Lore, dass wir uns nicht wirklich an die Story klammern müssen.
Läuft bei euch beim Zocken eigentlich eure eigene Musik?
Ich persönlich habe das noch nicht gemacht, aber wir haben schon von einigen Leuten gehört, dass wir anscheinend einen passenden Soundtrack geschaffen haben.
Kommen wir zur Musik. Ihr habt ein paar Feinjustierungen vorgenommen und beispielsweise recht viele verspielte, schwelgerische Passagen eingebaut, die man wohl als Post-Black-Metal bezeichnen könnte. Wie wichtig war es euch dabei, den Kernsound nicht zu verwässern?
Wir finden es sehr wichtig einen gewissen Kern nicht zu verlieren, sind aber gleichzeitig offen, andere Sachen mit einzubauen. Es kommt halt darauf an, was der Song gerade braucht und wie wir das vielleicht vertonen können.
Auch klassischer Heavy Metal ist vor allem bei den Gitarren immer wieder ein Thema. Insgesamt sind eure Songs dadurch finde ich etwas abwechslungsreicher geraten, als noch auf dem Debüt. War das ein erklärtes Ziel beim Songwriting?
Nein, es war kein erklärtes Ziel. Wir sind beim Songwriting halt sehr flexibel und denken darüber nach: Okay, was kann der Song grade gebrauchen, etwas Episches, etwas Schnelles oder Ruhiges. Aber wir verwerfen es dann auch mal gerne, wenn uns etwas anderes einfällt, was vielleicht besser passt.
Wo lagen denn abseits der offensichtlichen Sachen wie DISSECTION, BATHORY oder IMMORTAL eure größten Einflüsse, speziell auf das neue Album bezogen?
Es kommt ja auch immer darauf an, was man gerade so hört und wenn es um Black Metal geht, eher die neuere Schiene wie GROZA, DÖDSRIT, SETH, NORNIR. Wenn es um den Death Metal geht eine Prise BOLT THROWER, DEATH, VADER, MORBID ANGEL.
Ich höre zwar auch ganz gerne HÄLLAS, aber das weicht dann doch etwas von der Kurve ab. Aber Kraje hat sich z.B. auch von der befreundeten Band SCRAPER wegen den Clean Vocals inspirieren lassen, die sie auf ihrem letzten Album hatten.
Wie steht es eigentlich um eure anderen Bandaktivitäten? Sind die noch aktuell oder liegt euer Hauptfokus inzwischen auf OLD RUINS?
Seit dem der Kraje aus SMORRAH ausgestiegen ist, liegt der Fokus von allen alleinig bei OLD RUINS.
Was steht bei euch in nächster Zeit sonst noch an, habt ihr Tourpläne?
Das wissen wir selber noch nicht so ganz, was die Zukunft bereithält. Tourpläne haben wir so an sich nicht, wir wollen aber natürlich gerne mehr Shows fürs nächste Jahr fahren. Ob und wie, wird sich noch herausstellen.
Das war es von mir, ich bedanke mich herzlich für das Interview, drücke euch die Daumen für die Zukunft und überlasse euch das Schlusswort.
Vielen Dank für die tollen Fragen und das Daumendrücken. Vielen Dank an alle die uns unterstützen und an alle, die uns noch nicht kennen: Stay a while and listen!
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| Band | |
|---|---|
| Stile | Melodic Black Metal |
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Hans Völkel
































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