Airbourne - Runnin´ Wild

Review

In den letzten Jahren hat mich kaum in Album so in Erstauen versetzt wie “Runnin´ Wild“ von den Australiern AIRBOURNE. Denn was die Jungs auf ihrem Debüt zocken, klingt wie eine Variante aus AC/DC, QUIET RIOT und ROSE TATTOO auf Speed. Ungelogen, diese Energie, diese Power und vor allem den Spaß und die Spielfreude, die das Album vermittelt ist einfach genial.

Die Band, die aus den O´Keeffe Brüdern Joel (Gesang, Leadgitarre) und Ryan (Drums), David Roads (Gitarre) sowie Justin Street (Bass) besteht, hat das Album zwar zuvor schon in Australien veröffentlicht, bisher war das Teil allerdings nur als teures Import zu bekommen. Zu schade, dachten sich wohl auch die Jungs und Mädels von Roadrunner, die die Band kurzer halb unter Vertrag nahmen. Und es ist fantastisch, dass AIRBOURNE direkt mit einem Riesen wie Roadrunner arbeiten dürfen. Denn ansonsten würde die geile Mucke wahrlich nicht einem so großen Publikum vorgestellt werden können.

Bereits die ersten Töne von „Stand Up For Rock `N` Roll“ machen klar, dass die Australier den Hard und Heavy Rock eimerweise verinnerlicht haben. Die Jungs sind zwar alle noch nicht in einem weit fortgeschrittenen Alter, machen ihre Sache aber so gut, dass man meinen könnte, hier eine jahrelang eingespielte Band vor sich zu haben. Die Platte strotzt nur so vor Hits und biete nicht einen einzigen schwachen Song. Kritiker werden sich jetzt natürlich darüber ärgern, dass es bereits eine Combo wie AC/DC oder ZZ TOP gibt. Aber hier sollte man Vorsicht walten lassen. Zwar kann man AIRBOURNE vorwerfen, dass sie nicht gerade zu den innovativsten Zeitgenossen gehören, kopieren tut diese Band allerdings nicht. Auch wenn sich Stücke wie „Too Much Too Young Too Fast“, „Diamond In The Rough“ oder „Heartbreaker“ ganz klar nach Rock `N` Roll der alten Schule anhören, so setzt die Band ihre eigenen Ideen und Kreation so ein, dass die Stücke ganz und gar nicht altbacken oder abgekupfert klingen.

AIRBOURNE schaffen es zudem, Songs zu schreiben, die sofort im Ohr hängen bleiben, ohne dass diese nach öfteren Genuss langweilig, abgegriffen oder schlaff klingen. Im Gegenteil. Die Tracks sind einfach nicht Kaputtzuhören, die Scheibe rockt bei jedem Durchlauf aufs neue und der Fuß will einfach nicht aufhören zu wackeln, das Genick kann nicht ruhig gehalten werden und der Drang zum Stagediving kann kaum unterdrückt werden.

Der Sound auf „Runnin´ Wild“ ist ebenfalls oberste Spitzenklasse. Die Gitarrenriffs sind verdammt Fett, Schlagzeug und Bass harmonieren wie eine eins und die Gesangsspuren von Joel kommen ebenfalls hervorragend daher. Apropos Gesang. Joel setzt mit seinem rauchigen Kreischgesang Akzente und spielt sich in eine Liga mit Brian Johnson ein. Kein Witz.

AIRBOURNE haben mit „Runnin´ Wild“ ein zeitloses Rock `N` Roll-Monster geschaffen, dass Spaß macht und mit Nachdruck in der hart rockenden Welt Wellen schlagen wird. Dazu tragen nicht nur die bereits geschalteten MTV-Beiträge bei, nein, dieser Band ist es eigentlich in die Wiege gelegt, die größten Bühnen dieser Welt zu betreten und allen Rockern dort draußen ihre Gebote beizubringen: „Stand Up For Rock `N` Roll“!

25.05.2008
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