Airbourne - Breakin' Outta Hell

Review

Galerie mit 10 Bildern: Airbourne Rock am Ring 2017

Sind AIRBOURNE auf dem Boden der Tatsachen angekommen?

„Breakin‘ Outta Hell“ heißt das neue, mittlerweile vierte Album der Australier AIRBOURNE um die Brüder Joel und Ryan O’Keeffe. Und es klingt EXAKT so wie man es von ihnen erwarten würde. Vielleicht darf man sich – mehr denn je – die Frage stellen, ob AIRBOURNE ihre offensichtlichsten Vorbilder und Landsleute AC/DC gar nicht übertreffen als viel mehr einfach nur beerben wollen.

Wie nicht anders zu erwarten ist „Breakin‘ Outta Hell“ mehr als nur solide gespielter und produzierter Rock ’n‘ Roll mit einem gewohnt enthusiastischen Joel O’Keeffe am Mikrofon. Allein schon der Refrain des eröffnenden Titeltracks, der ja nur aus den Zeilen „Breakin‘ outta hell“ und „Breaking Out“ besteht, macht putzmunter und regt zum Mitgrölen an. Überhaupt ist der Song eine gewohnt popotretende AIRBOURNE-Hymne im Stile des großartigen „Running Wild“ geworden. Nicht ganz auf Augenhöhe mit diesem, kommt der Song aber doch verdammt nah dran.

Rock ’n‘ Roll-Stangenware und ein paar eindrucksvolle Lichtblicke

„Rivalry“ versucht sich zu Beginn mit atmosphärischen Stadionchören, was auch für richtig Stimmung sorgt. Doch dann geht der eigentliche Song los und irgendwie ist dann die Luft raus, besonders beim sehr schwachen Refrain. Der fällt vor allem deswegen so flach, weil der Part davor in gewohnter, dramatischer Manier auf einen Über-Chorus zum Ausrasten hinsteuert. AIRBOURNE gönnen ihren Hörern diese Genugtuung aber nicht, sondern schalten sogar noch einen Gang herunter – sehr zum Leidwesen der Dynamik.

„Get Back Up“ ist dann endgültig auf den „Rock ‚N Roll Train“ aufgesprungen und der Punkt, an dem man als hinreichend anspruchsvoller Hörer die Hoffnung auf Eigenständigkeit aufgibt… nur um dann zwei Tracks weiter Lügen gestraft zu werden. „Thin The Blood“ ist DER Song des Albums und der Beweis, dass AIRBOURNE so viel mehr sein können als das, wofür sie sich hier verkaufen. Es handelt sich um einen pumpenden, gnadenlos nach vorne bügelnden Rock ’n‘ Roller mit leichter MOTÖRHEAD-Schlagseite. Geht doch!

Auch „When I Drink I Go Crazy“ kann ordentlich was. Es handelt sich um einen punkigen Song, der zugegeben etwas flotter hätte sein können. Ansonsten aber macht der Song richtig Spaß und wartet sogar mit einer packenden, musikalischen Wendung direkt nach dem Solo auf. Der obligatorische Einzeiler-Refrain macht sich hier hervorragend und die Länge respektive Kürze des Songs sorgt dafür, dass dieser nicht die Gastfreundschaft des Hörers überstrapaziert.

Unterm Strich etwas ernüchternd

Der Rest des Albums ist aber eben kaum mehr als durchschnittliche AC/DC-Kost mit gelegentlichen Blues-Rock-Einspregseln etwa bei „Do Me Like You Do Yourself“. Dieses ist im übrigen nicht der einzige, hiesig zu vernehmende Versuch O’Keeffes, die Damen der Schöpfung zum unanständigen Schäferstündchen zu verführen. „Down On You“ ist der vielleicht unfreiwillig komischste Song des Albums. O’Keeffe unterbreitet der (weiblichen) Hörerschaft sein Angebot zum oralen Verkehr mit dem gleichen Enthusiasmus, mit dem er zu Beginn des Albums aus der Hölle ausgebrochen ist. Damit tritt er sowohl die Sinnlichkeit als auch die Subtilität mit Füßen. Auch bei „Never Too Loud For Me“ verpasst er die Gelegenheit der (nicht unfreiwilligen!) Selbstironie massivst. Diese unfreiwillige Ironie wird bei „Rocked Like This“ mit dem Refrain „I’ve never been rocked like this“ geradezu tragisch, denn GENAU SO rocken AIRBOURNE seit „Running Wild„. Und der Rausschmeißer „It’s All For Rock N’Roll“ endet mit einem richtig hässlichen Fadeout, der mich fragen lässt, ob der Song eigentlich noch hätte weitergehen sollen.

Doch gerade mit solchen Details hätten AIRBOUNRE punkten können, nein: müssen! Abgesehen davon, dass die zumeist sehr safe gespielten Songs mit Humor jenseits der Oberfläche hätten aufgewertet werden können, hätte man auch die musikalischen Ansätze der Hits weiter verfolgen sollen.  So bleibt ein Album, das die gewohnte Qualität bietet, ohne etwas wirklich revolutionär Neues zum Sound der Australier beizutragen. Fürs kurzweilige Abrocken reicht’s aber allemal.

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18.09.2016

Sitzt, passt, wackelt, hat Luft.

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1 Kommentar zu Airbourne - Breakin' Outta Hell

  1. Snörre sagt:

    Servus,
    ich habe mir vor ca. einer Woche die Breakin‘ Outta Hell gekauft. Die Songs gefallen mir.
    Aber:
    Der Tontechniker muss was auf den Ohren gehabt haben. Der Sänger kommt zu laut und zu schrill rüber.
    Er ist überhaupt nicht in die Band integriert. Den sollte man remastern und -2dB leiser machen. Ausserdem sollte man den Sänger nochmal durch den Equalizer jagen.

    Wie gesagt, geile Songs aber der Sänger……Album 8 aber wegen Sänger 6….schade

    6/10