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Angizia - Das Tagebuch Der Hanna Anikin

Review

Schon das dritte Werk dieser österreichischen Formation. Und diesmal hat man sich bei der Titelauswahl selbst übertroffen. „Mein Schalltrichter summt memmenhaft ein Totenlied (Die Rhapsodie vom Blechschaden und dem Stückwerk einer Begräbniszeittafel)“ oder „Vom Spiel der leisen Fragen, wie schäle ich den Augapfel? (und tierisch kleinlaute Schmachtfetzen leierten Masshalten und Geschmack)“ sprechen eine deutliche Sprache über den (pseudo?) künstlerischen Anpruch der Band. Wenn ich das ernst nehme, stehen mir zwei Wege offen: Das hier als lächerlicher Versuch zu werten, besonders intellektuell zu wirken und einen nicht vorhandenen künstlerischen Anspruch zu erwecken, was mir auch schon bei der ersten Platte aufgefallen wäre, oder man versucht hier, dem Surrealismus ein noch nicht entdecktes Forum einzuräumen und hat somit ein gutes Konzept in der Hand, was dann auch zu dem Wirrwarr der ersten Platte passen würde. Ich bin mal wohlwollend und gehe vom Letzteren aus, schließlich soll hier die Musik besprochen werden. Und die hat sich seit dem letzten Mal leider nicht wesentlich geändert. War Der Kemenaten scharlachroter Lichter noch innovativ und neu, so wird hier fast alles wiederholt: Die fast selben Strukturen, dieselbe Musikzusammenstellung etc. Man ist sich sozusagen treu geblieben. Das Klavier und die Stimmvielfalt stehen im Vordergrund, im Falle des Klaviers ist das als positiv zu werten, denn da liegt die Stärke dieser Band, die Stimmvielfalt ist eher eine der Schwächen. Das Geschrei ist etwas nervig aber geht noch, Operngesang ist nicht mein Fall und die Frau ist die einzige, die wirklich annehmbar singt. Dazu noch Flöte, Cello, Trompete, die obligatorische Gitarre und ein Schlagzeug. An sich gesehen hat die Platte ihre guten Momente, vor allem das bereits erwähnte Klavier, das fast ständig präsent ist, sticht hervor und zeigt das schöpferische Potential der Band, der Rest klingt aber noch unausgegoeren. Zeitweise fühle ich mich an ihren Landsmann Peter Alexander erinnert, was durch einige recht folkloristische, fast schon zu poppig anmutende Passagen hervorgerufen wird. Leider hat man nicht versucht, die vorhandenen Schwächen des Debut auszubuegeln, weswegen das Projekt hier schwächer
abschneidet. Wie im letzten Review, nehme ich hier mal an, daß ich einfach nur zu dumm für diese Platte bin und gebe aufgrund meiner Ingnoranz 5 Punkte.

17.11.1997

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1 Kommentar zu Angizia - Das Tagebuch Der Hanna Anikin

  1. Fenris sagt:

    Hmmm… also, ich finde schon, daß die anders als die ‚Kemenaten…‘ klingt, schon durch den etwas ‚metallischeren‘ Sound der Gitarren. Der cleane Gesang von Niederwieser gefällt mir auch besser, wie der doch arg nach Peter Alexander klingende auf der ersten CD. Das Gekreische ist auch absolut cool. Insgesamt kommen die Lieder auch etwas schneller auf den Punkt und weisen keine unnötigen Längen auf, wie beim Vorgänger. Heutzutage ist es ja aber modern, sich von CD zu CD so zu ‚verschlimmbessern‘, daß man kaum noch was von der Band wiedererkennt. Wer die noch nie mochte, mag die auch jetzt nicht und wird die wahrscheinlich nie mögen, wenn die sich nicht wirklich um 180 Grad ändern, dazu ist das einfach zu ‚anders‘. Lieben oder hassen heißt es hier. Ich schwanke zwischen Beidem… Im Moment 9 Punkte ;)?

    9/10