AnsoticcA - Rise

Review

ANSOTICCA haben sich nicht eben ein bequemes Feld für ihr Debütalbum “Rise“ ausgesucht. Im Gothic Metal mit Frauengesang geht es vielfach nur darum, auf den Erfolgszug von Bands wie NIGHTWISH oder WITHIN TEMPTATION aufzuspringen und so ein wenig Geld zu verdienen. Hier ernst genommen zu werden und dabei auch noch eigenständig zu wirken, ist schon eine enorme Aufgabe. Dennoch haben die vier Jungs und ihr Mädel die Inhaber des Tonstudios, in welchem sie aufgenommen haben, so nachhaltig beeindruckt, dass diese umgehend ein Label gegründet haben, um die Scheibe unters Volk zu bringen.

Und was soll man sagen? Direkt nach dem ersten Durchlauf des Silberlings merkt der Zuhörer, dass diese beiden Produzenten mit ihrer Entscheidung zu hundert Prozent richtig lagen. Denn was das Quintett hier bietet, hat zwei ganz besondere Vorzüge: Auf der einen Seite bietet es die bekannten Elemente, die diesen Musikstil so beliebt machen, während es auf der anderen Seite aber auch schafft, einen eigenen Sound zu kreieren, der im Ohr hängen bleibt und ziemlich unverwechselbar sein dürfte. Und das liegt – man höre und staune – an einer gewissen Härte. Allerdings beschränkt diese sich nicht, wie so oft bei Genrekollegen, auf den männlichen Gesang, sondern findet sich vor allem im den Doublebass-Attacken, den treibenden Rhythmen und den mehr als fetten Riffs wieder. Gerade die Gitarrenarbeit erinnert mitunter sogar an Bands wie METALLICA, während die Rhythmusfraktion eher in Richtung progressiver Power Metal driftet. SYMPHONY X oder DREAM THEATER könnten hier Pate gestanden haben.

Allerdings finden die Songs auch immer wieder zurück zu wunderbaren Melodien, die vor allem von Sängerin Carie van Heden gebildet werden. Unterstützt wird sie dabei häufig auch von Orchesterparts, die für einen gewissen Bombast sorgen, ohne aufdringlich oder schwülstig rüber zu kommen. Keyboard und Programming schlagen in dieselbe Kerbe. Sie unterstützen eher die atmosphärischen Parts, ohne sich zu sehr in den Vordergrund zu drängen. Als Kontrapunkt dazu dient regelmäßig die schon angesprochene Heaviness. Aber natürlich dürfen auch männliche Gesangsparts nicht fehlen. Allerdings kommen diese weitestgehend ohne Shouts und Growls aus, welche sich nur vereinzelt finden. Vielmehr ist der männliche Gesangspart eher modern ausgerichtet und erinnert an anspruchsvolleren Nu Metal. Das hat es so bisher lediglich beim WITHIN TEMPTATION-Track “What Have You Done“ gegeben, bei dem Keith Caputo (LIFE OF AGONY) seine Finger mit im Spiel hatte.

Wer diese Review aufmerksam gelesen hat, wird sicherlich bemerkt haben, dass sich auf “Rise“ eigentlich nichts findet, was nicht typisch für den Female Fronted Gothic Metal wäre. Was die Musik von ANSOTICCA so einmalig macht ist aber die Kombination der Elemente. Die Musiker haben es wahrlich geschafft, einen unverwechselbaren Klang zu erschaffen, der mal heavy, mal elegisch daherkommt, aber immer über eine Menge Eingängigkeit verfügt, ohne dabei langweilig zu werden. Denn es passiert wahrlich genug auf dieser Scheibe. Wenn die Band dieses Niveau hält, sollte es ihr nicht schwer fallen, in absehbarer Zeit mit Bands wie NIGHTWISH, WITHIN TEMPTATION oder AFTER FOREVER in einer Liga zu spielen.

15.11.2010

Der metal.de Serviervorschlag

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