Wolvennest - Procession

Review

Galerie mit 23 Bildern: Wolvennest - Dark Path To The Light Europe Tour 2023

Seit den frühen 2010ern verfolgt die belgische Band WOLVENNEST unbeirrt ihre eigene Vision zwischen okkultem Doom, ritueller Atmosphäre und psychedelischer Dunkelheit. Über mehrere Veröffentlichungen hinweg hat sich das belgische Kollektiv eine klar erkennbare, wenn auch schwer kategorisierbare Identität erarbeitet. Spätestens mit dem 2024 erschienenen „The Dark Path To The Light“ festigen sie ihren Ruf als Band, die Gothic-Rock-Ästhetik, schwarzmetallische Atmosphären und tranceartige Wiederholungen organisch verbindet. Mit „Procession“ legen sie nun ihr viertes Studioalbum vor.

Procession ist ein Album wie ein Ritual

„Procession“ macht seinem Titel alle Ehre. Das Album schreitet langsam voran, schwer, stoisch und mit dem Blick eher nach unten als nach vorn. Wer hier auf deutliche Ausbrüche, große Refrains oder schnelle Spannungswechsel wartet, wird wenig finden. WOLVENNEST setzen stattdessen auf Verdichtung. Doom bleibt das Fundament, darüber legen sich Gitarrenflächen, psychedelische Schleier und immer wieder diese schwarzmetallische Kälte, die eher in der Atmosphäre steckt als in Raserei.

Gerade diese Reduktion macht den Reiz aus. Wiederholungen werden nicht als Spannungsaufbau genutzt, sondern wirken eher hypnotisch. Alles wirkt gedämpft, beinahe erstarrt, als würde sich der Sound selbst langsam zersetzen.

Shazzulas Gesang drängt sich dabei nicht nach vorn. Er wirkt eher wie ein weiteres Instrument und ist eher beschwörend als erzählend. Zusammen mit Synths, Gitarren und dem Theremin entsteht diese typische WOLVENNEST-Atmosphäre. Besonders stark sind die ruhigeren Momente, wenn ihre Stimme nur noch wie ein entferntes Echo durch den Raum zieht.

Ein markanter Song ist „Tarantism“, bei dem Hekte Zaren mit opernhafter Intensität einen Gastauftritt hat. Ihre Stimme durchbricht kurzzeitig die Schwere des Albums und sorgt für einen Moment der Erhebung, bevor alles wieder in kontrollierte Dunkelheit zurückfällt.

Eine Prozession die Zeit braucht

„Procession“ ist absolut kein Album für nebenbei. Es braucht Geduld und vor allem die Bereitschaft, sich auf Langsamkeit und Wiederholung einzulassen. Wer das akzeptiert, erlebt ein in sich geschlossenes Werk ohne Ausfälle. WOLVENNEST schreiben hier keine offensichtlichen Hits, sondern begeben sich auf eine schöne, aber auch schwere und kompromisslose Klangprozession bis zum letzten Ton.

 

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27.04.2026

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