Armored Saint - Symbol Of Salvation
Review
„Symbol Of Salvation“. Gibt es einen passenderen Titel für das vierte Album von ARMORED SAINT? Der Hauptsongschreiber Dave Prichard verstirbt am 28.02.1990 an Leukämie mit gerade einmal 26 Jahren. Die Stücke auf „Symbol Of Salvation“ stammen fast alle aus seiner Feder. Circa 30 Songs sind im Status halbfertig oder Demo. Der Verlust des Plattenvertrages bei Chrysalis nach dem Release von „Raising Fear“ erweist sich als Glücksfall. Brian Slagel, der Labelchef von Metal Blade, hilft den Protagonisten sich nach dem Verlust von Prichard für das vierte Album aufzuraffen.
„Symbol Of Salvation“ entsteht unter der Mithilfe von Brian Slagel
Mit Jeff Duncan gibt es einen neuen Gitarristen und Phil Sandoval kehrt zur Band zurück. Entscheidend ist aber der Blick von Slagel auf das vorhandene Material. Die Auswahl der Tracks, die auf das Album kommen, erfolgt gemeinsam mit der Band. Eine Besonderheit: für „Tainted Past“ ist der Gitarrenpart so weit nutzbar, dass der Hauptsongwriter Prichard auch auf dem 1991er Release zu hören ist. Der eigentliche Aufnahmeprozess findet mit dem neuen Gitarrenduo Sandoval und Duncan zwischen 1990 und 1991 statt.
Die CD hat die LP in den Regalen der Plattenläden abgelöst. Gleich 13 Nummern sind auf der Metal-Blade-Veröffentlichung vom 14.05.1991 zu finden. Morgen feiert „Symbol Of Salvation“ seinen 35. Geburtstag. Eine Vinylauflage gibt es auch, die aber kommerziell keine große Bedeutung hat.
“Reign Of Fire” ist einer der Hits von ARMORED SAINT und gehört auch heute auf jede Setlist. Die Erfahrungen eines Labelmanagers gestalten den Platten-Flow völlig anders als auf dem Vorgänger. Der Auftakt liefert sofort mitreißenden US-Metal, der zum Besten gehört, was ARMORED SAINT in ihrer Karriere erschaffen haben. Über das starke „Dropping Like Flies“ geht es bereits zum zweiten Hit auf „Symbol Of Salvation“. Was auf dem Vorgängerwerk noch nicht ganz ausgereift rüberkommt, gelingt ARMORED SAINT mit „Last Train Home“. Komplex, anspruchsvoll und eingängig springt das Quintett in die Sphären von METAL CHURCH und Co.
ARMORED SAINT schaffen mit Unterstützung von Metal Blade den Sprung nach vorne
Experimentierfreudig startet das Quintett zu „Tribal Dance“. Das Ding gehört ebenfalls zu den hervorstechenden Stücken von ARMORED SAINT. Der Stampfer ist ein Grower, der sich mit jeder Umdrehung weiter steigert und sein Potential erst über die volle Laufzeit entfaltet. Selbst das weniger bekannte „The Truth Always Hurts“ liefert hochklassige Kost, auch wenn die Nummer nicht das Hitpotential hat, wie die vorherigen Stücke.
Über das instrumentale „Half Drawn Bridge“ geht es zu mehr als fünf Minuten „Another Day“, wo John Bush und Co. balladeske Töne anschlagen, die sich im weiteren Verlauf steigern und zu einem weiteren hochklassigen US-Metaller entwickeln. Ob der Titeltrack „Symbol Of Salvation“, „Hanging Judge“ oder „Warzone“: die Stücke im hinteren Teil haben nicht unbedingt das Hitpotential von „Last Train Home“ oder „Reign Of Fire“. Aber alle Songs sind stark und ordnen sich in die Rubrik hochklassig ein. ARMORED SAINT gelingt mit Album Nummer vier der große Schritt nach vorne.
Das Finale bietet eine Besonderheit mit dem bereits erwähnten „Tainted Past“, wo die Saitenarbeit zum Teil von Dave Prichard verrichtet wird, sodass „Symbol Of Salvation“ neben dem Neustart bei Metal Blade auch den verstorbenen Songwriter würdigt. Der Schlusspunkt nennt sich „Spineless“, wo ARMORED SAINT nochmals Spielfreude und Weiterentwicklung unterstreichen.
„Symbol Of Salvation“ in der Retrospektive
Einige Zitate von Magazinen zum vierten Album von ARMORED SAINT:
„Ein Meisterwerk aus Kalifornien, die Kultscheibe schlechthin. Ein solches Superalbum, dass den Underground-Klassiker „Delirious Nomad“ gar noch übertrifft, darf einfach nicht übergangen werden.“ (Rock Hard)
„Die Platte wirkt wie aus einem Guss. Eine gesättigte Lösung aus Feeling, Melodie, Intelligenz und Power.“ (Metal Hammer)
Der kommerzielle Markt ist 1991 für klassischen Metal nicht vorhanden. Die Hitparadenrenner im Rock und Metal nennen sich „Crazy World“ von den SCORPIONS, „The Razor Edge“ von AC/DC, SOUNDGARDEN und „Badmotofinger“ und selbstverständlich METALLICA mit dem schwarzen Album. Trotzdem ist ARMORED SAINT und „Symbol Of Salvation“ ein hervorstechendes US-Metal-Album, das den Anfang einer langen Verbindung zwischen der Band und dem Label zementiert.
John Bush sagte in einem Interview, dass ARMORED SAINT ohne die Unterstützung von Metal Blade nicht mehr existieren würden. Wir gratulieren Metal Blade und ARMORED SAINT zum 35. Geburtstag von „Symbol Of Salvation“ und können die vorherigen Zitate nur unterstreichen. ARMORED SAINT gelingt mit Album Nummer vier der große Sprung nach vorne, auch wenn die Bandmitglieder nach dem Release für einige Jahre getrennte Wege gehen. Erst neun Jahre später kommt mit „Revelation“ der Nachfolger auf den Markt.
Der Blick soll aber auch nach vorne gehen. Am 22. Mai 2026 ist es Zeit für „Emotion Factory Reset“, dass neunte Studioalbum von ARMORED SAINT, natürlich über Metal Blade und mit der Release Show auf dem Rock Hard Festival in Gelsenkirchen.
Armored Saint - Symbol Of Salvation
| Band | |
|---|---|
| Wertung | |
| User-Wertung | |
| Stile | Heavy Metal, Power Metal |
| Anzahl Songs | 13 |
| Spieldauer | 57:00 |
| Release | 14.05.1991 |
| Label | Metal Blade Records |
| Trackliste | 01. Reign Of Fire 02. Dropping like Flies 03. Last Train Home 04. Tribal Dance 05. The Truth Always Hurts 06. Half Drawn Bridge 07. Another Day 08. Symbol of Salvation 09. Hanging Judge 10. Warzone 11. Burning Question 12. Tainted Past 13. Spineless |
