Armored Saint - Raising Fear

Review

Unter "Blast From The Past" erscheinen jeden Mittwoch Reviews zu Alben, die wir bislang nicht ausreichend gewürdigt haben. Hier gibt es alle bisher erschienenen Blast-From-The-Past-Reviews.

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Ende der 80er Jahre verändern sich die Outlets bei den Plattenläden wie auch bei den großen Elektronikketten. Die CD bekommt immer mehr Platz, dafür schrumpft Vinyl immer weiter. Während die CD bei Preisen von um die 30 DM liegt, gibt es die aktuellen LPs für den halben Preis. Besonders interessant sind die Wühlkisten, wo 20 DM für vier Platten berappt werden müssen. Der verrückte Fan tendiert zum großen Paket, wo für 39 DM gleich zehn Platten aus der Wühlkiste entnommen werden können. Auf diesen Weg landen ARMORED SAINT und ihr drittes Album „Raising Fear“ auf den Plattentellern sparsamer Musikfreaks.

“Raising Fear” und das Cover Artwork

In den Wühlkisten befinden sich viele unbekannte Namen. Ein möglicher Grund für die Auswahl ist das Plattencover. ARMORED SAINT sind beim bekannten Label Chrysalis unter Vertrag, wo unter anderem auch JETHRO TULL seine Platten veröffentlicht. Das Konzept für das Cover stammt von der Band selbst. Richard Kriegler setzt die Ideen von Joey Vera und Co. entsprechend um und erschafft ein Artwork, dass Ende der 80er auffällt. Es sind nicht vier langhaarige Gestalten zu sehen. Es ist futuristisch inklusive eines klaren metallischen Bezugs. Heute würden viele Fans sofort von einem KI-generierten Artwork sprechen. 1987 gibt es kein Internet und auch das Thema Mobilfunk steckt noch in den Kinderschuhen.

Der Titeltrack eröffnet die Scheibe und klingt nach den Heavy-Metal-Stücken von METAL CHURCH, die 1986 mit „The Dark“ rausgekommen waren. Über das LYNYRD-SKYNYRD-Cover „Saturday Night Special“ geht es zu „Out On A Limb“, was fast im Style der NWoBHM vorwärts stampft und Sänger John Bush sich in die hohen Töne begibt.

Mit „Isolation“ wagen ARMORED SAINT den nächsten stilistischen Schlenker. Knapp sechs Minuten Laufzeit und damit in einer ähnlichen Spieldauer wie METAL CHURCH und „Watch The Children Pray“ unterwegs. Bush und Co. setzen auf verspielte und balladeske Töne, die aber nicht an den Klassiker von METAL CHURCH heranreichen. Auch „Chemical Euphoria“ zum Ende der A-Seite sorgt nur bedingt für Euphorie, wobei der starke mehrstimmige Refrain das Stück deutlich aufwertet.

Farbloser Start in die B-Seite

Mehr als sechs Minuten „Frozen Will/Legacy“ eröffnen die B-Seite. Der Versuch in komplexere Songstrukturen vorzudringen, gelingt nur bedingt. Die Strophen-Chorus-Struktur brechen die Protagonisten erst Richtung Ende etwas auf, sodass der Start in die B-Seite etwas farblos wirkt.  Mit „Human Vulture“ und einem keifenden John Bush nimmt die Platte zunächst Fahrt auf, die die unnötigen Längen im hinteren Teil leider ausbremsen. „Book Of Blood“ wird kompakter, aber trotzdem verspielt und abwechslungsreich, inklusiver einer sekündlichen Steigerung in Richtung Ende.

Daran knüpft „Terror“ an. Bush läuft zur Hochform auf und die hervorstechende Nummer von „Raising Fear“ ist zu notieren. Der Schlusspunkt nennt sich „Underdogs“, wo ARMORED SAINT nochmals ihr Potential aufblitzen lassen, wenn es kompakt und gradlinig zur Sache geht.

„Raising Fear“ steht im Schatten anderer US-Metal-Alben

„Raising Fear“ ist kommerziell nicht erfolgreich und steht klar und deutlich im Schatten von anderen US-Metal-Alben. Da wäre „The Dark“ von METAL CHURCH zu nennen, dass knapp ein Jahr früher veröffentlicht wurde. Im gleichen Monat wie ARMORED SAINT legen SAVATAGE „Hall Of The Mountain King“ auf den Ladentisch. TESTAMENT und „The Legacy“ sowie DEATH ANGEL mit „The Ultra-Violence“ verweisen ARMORED SAINT klar und deutlich auf die hinteren Plätze. Die Folge ist der Verlust des Plattenvertrages. Das Live-Album „Saints Will Conquer“ folgt bereits beim aufstrebenden Label Metal Blade.

Die dritte LP von ARMORED SAINT ist grundsätzlich kein schlechtes Werk. Einige Schwachpunkte, allen voran bei den Langläufern, sind jedoch zu notieren. Das geht mit „Isolaton“ als billige Variante von „Watch The Children Pray“ los und endet beim sich etwas zu sehr in die Länge ziehenden „Human Vulture“. Dagegen stehen mit dem Titeltrack, „Terror“ und „Underdogs“ starke US-Metal-Tracks.

Dass „Raising Fear“ das letzte Album mit Songwriter Dave Prichard ist, ahnt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch niemand. Dazu aber mehr in einer weiteren Ausgabe von Blast From The Past und der Platte „Symbol Of Salvation“.

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29.04.2026

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