
Mit „Reek Of God“ holen BARBARIAN zum nächsten vernichtenden Schlag aus. Die Italiener bleiben ihrer Linie treu und verzichten konsequent auf moderne Mätzchen. Stattdessen regiert eine brachiale Mischung aus Thrash- und Speed Metal, die weniger durch technische Finesse glänzt, als vielmehr durch pure, physische Wucht und eine gehörige Portion „Leck-mich“-Attitüde.
BARBARIAN liefern auf „Reek Of God“ Speed, Thrash und Boshaftigkeit
Schon der Opener „Warning“ macht seinem Namen alle Ehre: Das ist keine höfliche Bitte um Aufmerksamkeit, sondern ein akustischer Warnschuss, bevor im folgenden „Maxima Culpa“ rasende Riffs und ein schepperndes Schlagzeug nach vorn peitschen, während der Gesang giftig durch die Boxen keift. Dass die Band die stumpfe Gewalt perfekt beherrscht, beweist das treffend betitelte „Sledgehammer“. Der Track bündelt noch einmal alle Stärken: Tempo, Härte und Riffs, die klingen, als wären sie in einem feuchten Keller geschmiedet worden.
Ein Highlight in Sachen Boshaftigkeit ist „Cardinal Sinner“, das die blasphemische Grundhaltung der Band unmissverständlich unterstreicht. Schneidende Gitarrenarbeit trifft hier auf rotzige Punk-Vibes und kompromissloses Geprügel.
Gnadenloses Dauerfeuer
Auch im weiteren Verlauf gönnt das Trio den Hörer:innen keine Atempause. Giftige Geschosse wie „Shit He Forgives“ oder „Mercy Swallower“ entpuppen sich als rüde Prügelnummern, die ohne Umwege ins Ziel treffen. Mit „Retrogarde Metal“ liefern BARBARIAN dann so etwas wie ihr eigenes Manifest . Der Titel ist Programm: Hier wird der Geist der Achtziger beschworen – unpoliert, kauzig und stolz darauf, absolut nicht zeitgemäß zu klingen.
Die Produktion passt wie die Faust aufs Auge: Herrlich dreckig, aber differenziert genug, um die Wucht der Instrumente nicht im Brei versaufen zu lassen. Innovation sucht man hier vergeblich, doch genau dieses Traditionsbewusstsein ist die Stärke des Albums.
BARBARIAN liefern ein konsequentes Stück Stahl ab, das vor allem durch seine Entschlossenheit überzeugt. Kein Schnickschnack, keine Umwege, sondern ein finsteres Brett für alle, die ihren Metal am liebsten archaisch und unpoliert genießen.

Barbarian - The Reek of God [Vinyl LP]
Alana Vandekerkhof































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