



Auf den Bühnen dieser Welt ging in den letzten Jahren kaum ein Weg an BEARTOOTH vorbei. Die Band aus Columbus, Ohio, spielte mit Alben wie „The Surface“ aus dem Jahr 2023 eher auf Qualität, denn auf Innovation. Ihr kantiger Mix aus Hardcore, Punk Rock und Metalcore ist eigentlich zu hart für die Chartshows, für die Metalclubs kratzt das Quintett zu oft am höchsten Grad der Cheesyness und funktioniert aufgrund dieser Gratwanderungen vielleicht auf beiden Ebenen. „Pure Ecstasy“ ist das sechste Album des Kollektivs und präsentiert erneut die besagten Welten.
Vom Kettensprenger zur Pop-Show
So ist der Opener und Namensgeber sowohl textlich als auch musikalisch ein Kettensprenger. Harte, fragmentarische Riffs aus dem Hardcore kollidieren mit überschäumendem Gesang von Frontmann Caleb Shomo und machen erst dann Platz für potentielle Hitsingles wie „Eyes Closed“ oder „Bullshit“. In diesen spielen BEARTOOTH wieder verstärkt mit ihrer Nähe zum Pop und scheuen sich auch nicht davor, mit elektronischen Elementen noch mehr Raum für Eingängigkeit zu schaffen. Auch hier befindet sich „Pure Ecstasy“ in einer Zange zwischen seelischer Mentos-Cola und mitsingbaren Refrains mit Hitcharakter.
Tatsächlich ist das neue Album nicht mehr die Shomo-One-Man-Show, was Songwriting und das Einspielen der Instrumente anging. Das hört man „Pure Ecstasy“ phasenweise auch durchaus an. Mit dem experimentelleren „Stadiums“ oder „Sorry“ gibt es auch einige überraschende Momente auf der Platte, die man wohl so eigentlich nicht erwartet hätte. Trotzdem erschaffen Shomo & Co. abermals ihre probate Rezeptur, mit massiven Hooks einen zwar nicht einzigartigen, aber doch sehr hochwertigen modernen Stilmix zu kreieren, der wieder einmal Anlass zu vollen Arenen geben wird.
Massive Hooks und hochwertiger Stilmix
Man kann den US-Amerikanern ihr wirkungsvolles Songwriting keineswegs absprechen und ihnen zumindest attestieren, dass sie einem häufig innovationsbefreiten Genre mit Klasse Leben einhauchen. „Pure Ecstasy“ eignet sich musikalisch sowohl für den Moshpit als auch für die lebendige Erinnerung an Teenie-Filme mit Haus-Partys und Bier aus Plastikbechern. Inhaltlich bleiben BEARTOOTH sehr persönlich und setzen das auf ihrem sechsten Langspieler fort.

Patrick Olbrich



















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