Bethlehem - Sardonischer Untergang Im Zeichen...

Review

Kult aus Deutschland, ist das überhaupt möglich? Doch es ist! Das wird auf eindrückliche Weise wieder einmal von fünf scheinbar geisteskranken Musikern namens BETHLEHEM bewiesen. Mit ihrem „Sardonischen Untergang…“ legen sie bereits ihren dritten Longplayer vor und bieten wieder ein faszinierendes Album dar. Es ist mir nach wie vor unbegreiflich, wie man auf so abgedrehtes Textgut kommen kann, durch das wohl keiner, am wenigsten sie selbst, durchsteigen dürfte (was Bartsch ja auch selbst zugibt).

Wieso erzählt der Typ uns eigentlich etwas von Kult und vergibt dann nur 7 Punkte? Nun, so abgedreht BETHLEHEM auch daherkommen, so krank der Gesang auch ist, wirkt ihr Dark Metal teilweise recht altbacken, was nicht heißen soll, daß er langweilig klingt, im Gegenteil! Der Gesang ist abgedreht, doch nicht wirklich originell und der wirkliche Ausbruch des Wahnsinns läßt die ganze Zeit auf sich warten, wird stets nur angedeutet, anstatt ausgelebt.

Die Musik kommt zwar oftmals hart (zuweilen auch zart) daher, erinnert teilweise an alte DARKTHRONE, vermag es aber nicht, einen wirklich niederzuwalzen, oder sich im Kopf festzusetzen. Auf der Habenseite bleibt der Abwechslungsreichtum zu verbuchen, sowie das abgedrehte Konzept und die bodenständige Verweigerung jeglicher Anpassung an derzeitige Trends und natürlich die Selbstironie, die immer wieder zutage tritt.

17.07.1998
Exit mobile version