Bethlehem - Mein Weg

Review

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BETHLEHEM waren schon immer anders. Sie haben schon immer Musik für „andere“ Menschen gemacht, fernab von üblich bekannten Strukturen, Klischees und Plattitüden. Jedes Album dieser Ausnahmeband ist ein neues Erlebnis. So ist auch der aktuelle Output „Mein Weg“ wie eine abenteuerliche Reise durch die kranken Gehirnwindungen eines wahnsinnigen Lyrikers.

Textlich bewegt man sich immer noch in sehr bizarren Gefilden. Man kann in die Songs höchstphilosophische Aussagen hineininterpretieren und noch Jahre später darüber nachdenken oder sie einfach als bedeutungslos abstempeln. Letztere Variante ist hierbei natürlich witzlos, denn die schrägen Texte gehören zu BETHLEHEM genau so dazu wie die musikalische „sickness“.

Zugegeben, auf musikalischer Ebene hat sich die Band doch verändert. Mit den Frühwerken hat „Mein Weg“ nicht mehr viel gemein, kommt diesen aber doch wieder ein Stück näher als der Vorgänger „Schatten aus der Alexanderwelt“, auch wenn dies auf eine andere Art und Weise geschieht. Meine Ausführungen sind wirr? Dann passt es ja zum musikalischen Konzept. Der Opener „Aalmutter“ und der zweite Song „Allegoria“ sind sehr eingängig und nachvollziehbar, wobei gerade letzterer besonders die gesangliche (hohe, cleane Vocals und dunkles gegrunze) und musikalische (ruhige Pianopassagen treffen auf harte Riffs) Vielfalt aufzeigt. Das gesamte Album ist in höchstem Maße abwechslungsreich. „Frl. Deutsch“ ist eine traurige Ballade während „Dr. Miezo“ Anfangs ein ganzes Stückchen härter und kranker ausgefallen ist um sich im Mittelteil zu einem reinrassigen Doom Song zu wandeln. „Knochenkorn“ ist dagegen eher stumpf auf eine rammsteinige Art und Weise ausgefallen. Passend zum Albumtitel gibt es nach dem letzten Song (und unerträglich langen Minuten) noch einen Hidden Track: Eine überraschend gute Coverversion von FRANK SINATRAs „My Way“.

„Mein Weg“ ist das ideale Album für offene und aufgeschlossene Metaller, die dem allgemeinen Schubladendenken mehr als überdrüssig sind. BETHLEHEM sprengen die Grenzen zwischen den Genres, auch wenn sie insgesamt eingängiger und leichter verdaulich sind als früher.

11.12.2004

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2 Kommentare zu Bethlehem - Mein Weg

  1. Anonymous sagt:

    Selten habe ich den Abschied einer Band mehr bedauert, als bei Bartsch und seinen Mannen. Zwiespältige Gefühle der zugegebenermassen gewöhnungsbedürftigen Musik seien mir verziehen. Meine erste Erfahrung mit dem musikalischen Armageddon, welches sich den überaus christlichen Namen Bethlehem nur bedingt verdient hat,waren recht gewöhnungsbedürftig. Jeder der "Dictius te necare" (für Nichtlateiner: Es wird dir gesagt, dass Du dich töten sollst" oder frei "Töte Dich")für sich gewinnen konnte (ich fürchte, dass es zu wenig waren) hat lange auf einen würdigen Nachfolger gewartet. Mit "Mein Weg" kam ein komplett anderes aber trotzdem nahezu perfektes Album, welches jeglichem "Schubladendenken" einen Riegel vorschiebt. Eine Rezension ist schwer, da hier verschiedene Stilrichtungen mit einem bethlehem-typischen Gespür für musikalischen Wahnsinn gepaart werden. Jeder, der sich in den Bereichen Dark, Doom, Death/Black und Alternative-Metal beheimatet fühlt, sollte definitiv einmal reinhören.

    10/10
  2. dr.miezo sagt:

    mit diesem werke bewiesen sie wider einmal das sich bethelhem nicht auf einer musikalischem basis definiert sonder alleinig das konzept welches in kein normales hirne hinein passt durchzusetzen.gute musik und ich trauere auch nicht den alten zeiten nach.es ist belustigend zuzuschauen wie ihne sprichwörtlich alles am allerwertesten vorbei geht.für die denen es interresiert,das neue album wird wider im alten style wortgeführt.es bleibd abzuwarten was dieses mal auf uns zukommt.

    7/10