Cave In - White Silence

Review

Aha, aha, CAVE IN ist scheinbar eine Band, die bereits seit den späten Neunzigern ihr Unwesen trieb, sich dann um 2005 herum zurückzog, damit die einzelnen Bandmitglieder an ihren Soloprojekten arbeiten konnten, und seit 2009 mit der EP „Planets Of Old“ wieder aktiv geworden ist. Mit „White Silence“ liegt nun also das von Fans lang erwartete erste Full-Length-Album nach dem Wiederzusammenfinden vor.

Ich muss gestehen, dass ich nichts aus dem Backkatalog der Band kenne, generell hatte ich noch nichts von CAVE IN gehört, bevor „White Silence“ auf meinen Schreibtisch flatterte, aber die Ankündigung, dass man es hier mit einer Mischung aus Alternative Rock und Metalcore zu tun habe, machte mich doch neugierig.
Und tatsächlich: Als das Album mit dem titelgebenden Intro startete und dann in den Opener „Serpents“ überging, klappte mir beim ersten Durchlauf schon ein bisschen die Kinnlade runter. CAVE IN machen nichts, was ich in dieser Form vorher schon einmal gehört hätte. Obwohl die Kombination aus Metalcore und Alternative ja eher gegenteiliges erwarten ließe, kreieren CAVE IN eine noch nicht dagewesene düstere, rockige Version von Alternative Metal, gespickt mit Metalcore-Anteilen, die allerdings eher den „-core“-Anteil letzteren Genres würdigen. Das ganze hat einen wirklich guten, sehr zurückhaltenden und leicht knarzigen Sound bekommen, den man eher aus dem Black Metal erwarten würde, als auf einem so modern ausgerichteten Album, was übrigens in den rockig-punkigen Hardcorepassagen dazu führt, dass man sich hier und da sogar ein bisschen an die letzten DARKTHRONE-Alben erinnert fühlt.

Es fällt mir zugegebenermaßen sehr schwer, „White Silence“ angemessen zu beschreiben und tendiere dazu, zu sagen, dass es sich hier einfach um ein Album handelt, das man gehört haben muss, um sich auch nur eine grobe Vorstellung davon machen zu können, wie es klingt. Das Hauptproblem in der Beschreibung besteht nämlich darin, dass CAVE IN anno 2011 weder wirklich nach Alternative Rock noch nach Metalcore klingen, obwohl der Sound definitiv aus diesen beiden Bestandteilen zusammengemixt ist. Zuviel ungewöhnliche Dinge machen die Amis zu Bestandteilen ihres Albums, der knarzige DARKTHRONE-nach-2000-Sound, dann gibt es in „Heartbreaks, Earthquakes“ wenn ich mich nicht sehr irre eine waschechte BEATLES-Hommage, und und und. Wie gesagt: Wer beim Lesen dieser Review ein bisschen Interesse entwickelt, sollte definitiv in das Album hereinhören, denn beim besten Willen fühle ich mich nicht wirklich in der Lage, ein umfassendes Bild von „White Silence“ zu vermitteln.

Allerdings muss ich auch noch anmerken, dass „White Silence“ nicht nur gut ist, so fällt die Qualität der Songs in der zweiten Hälfte stark ab, nach dem unglaublichen Anfang gibt es zum Schluss eher mittelmäßige Songs, bis hin zu den letzten beiden Songs „Iron Decibels“ und „Reanimation“, welche regelrecht langweilig erscheinen, weil sie für dieses Album viel zu normal klingen – böse Zungen könnten hier behaupten, dass die Kreativität und Ideenvielfalt einfach nicht bis zum Schluss gereicht hat. Stichwort: Füllmaterial.

Nichts desto trotz ist „White Silence“ ein zwar echt seltsames, aber auch wirklich spannendes Album voll mit Musik, die ich so oder so ähnlich noch nicht gehört habe. Wer Genres wie Alternative Rock, Hardcore, Metalcore, Modern Metal und einer ganzen Palette verwandter Genres nicht abgeneigt ist, dürfte mit „White Silence“ trotz Ausfallerscheinungen gegen Schluss glücklich werden.

14.07.2011

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