
Easter Cross
Der Festivalbericht 2026
Konzertbericht
Während der Rest der Republik noch beim gemütlichen Oster-Kaffee zusammensitzt, herrscht in Oberndorf am Neckar wieder metallischer Ausnahmezustand. Hunderte Metal-Fans pilgern auch 2026 zum traditionellen Festival-Saisonauftakt in der Neckarhalle. Den Bericht vom letzten Jahr findet ihr hier!
Alle Anfahrt ist schwer…?
Dass die Anreise diesmal Fingerspitzengefühl erfordert, liegt weniger am Andrang als vielmehr an der erschwerten Infrastruktur: Der gewohnte “Elefanten-Parkplatz” und die Zufahrt direkt vor der Halle gleichen einer riesigen Baustelle. Die Veranstalter reagieren jedoch durchdacht und sorgen dafür, dass der Strom der Besucher auf den Parkplätzen bekannter und befreundeter umliegender Firmen landen.
Um die Wartezeit vor der Halle zu verkürzen setzt die Oberndorfer Musikinitiative dieses Jahr auf eine neue logistische Offensive. Neben der klassischen Tages- und Abendkasse sorgen gleich drei zusätzliche Ticket-Counter für einen reibungslosen Check-in. Das Ergebnis ist ein zügiger Tausch von Karte gegen Stoffarmband, sodass Samstagnachmittag nahezu pünktlich zum ersten Riff die Reihen vor der Bühne geschlossen sind.

The Browning – Easter Cross Festival 2026
Das Booking bleibt seiner Linie treu und bedient ein breites Spektrum: Lokale Matadore treffen auf kleinere, aber auch härtere Bands aus der Metal- und Deathcore-Sparte, garniert mit einer gar nicht so sanften Prise Hardcore und immer mit handverlesenen Pionieren der metallischen Zeitgeschichte. Auch wenn die Zusammenstellung der Bands gelegentlich vorhersehbar wirkt, beweist das Easter Cross-Team regelmäßig ein glückliches Händchen für echte Geheimtipps – was natürlich immer ein wenig abhängig von den aktuell in der Region tourenden Acts ist.
Und dann steht man wieder mittendrin…
…in der Sporthalle mit der vertrauten, fast schon “wie Wohnzimmer” anmutenden Bühne und dem ikonischen „Korea“-Schild (Flashbacks!). Flankiert von Werbebannern tätowierender Schwarzwald-Originale, von denen man vielleicht auch ein Kleinod am Bein trägt, fühlt es sich an, als wäre es erst gestern gewesen.

Defocus – Easter Cross Festival 2026
Das Samstags-Publikum ist bereits beim Opener DEFOCUS zahlreich vertreten und on fire. Es sind nicht nur erstaunlich viele Besucher vor Ort, ein Großteil rennt bereits um kurz nach 17:00 Uhr mit Bassist Bambam im Kreis und zelebriert die erste Wall of Death des Tages – eine Meisterleistung für diesen frühen Slot. Der Blick in die Menge bestätigt einmal mehr die bunte Mischung der agilen (Metalcore-) Jugend, die auf die ältere Fraktion der Kutten-tragenden Langzeit-Festivalgänger trifft und zusammen feiert.
Für auffällige Farbtupfer im sonst oft trist schwarzen Merch-Meer sorgen dabei nicht nur die Fanbases der SAMURAI PIZZA CATS und THE BUTCHER SISTERS, sondern natürlich auch die Anhänger von J.B.O., welche unschwer an ihren neon-pinken Accessoires zu erkennen sind. Aus dem Rahmen fällt lediglich ein mutiger Verfechter der „Oberndorfer Night’s Watch“: Ein Herr, dessen schwarzer, mit Fell bestückter Mantel und dessen Dreads im Pit öfter mal um die eigene Matte wehen.
Fazit: Spiel, Satz und Sieg?
Kurzum: Ja! Das Easter Cross beweist auch dieses Jahr eindrucksvoll, warum es eine feste und beliebte Instanz im Südwesten ist und hoffentlich auch bleibt. Die Neckarhalle verwandelt sich zuverlässig zum Treffpunkt vieler bekannter Gesichter, bei dem familiäre Herzlichkeit auf liebevolle Professionalität trifft. Es macht schlichtweg Spaß!

Rage – Easter Cross Festival 2026
Dabei steht und fällt die Dynamik eines derartigen Events natürlich mit der Bandauswahl. Man kann bekanntlich nie alle Besucher glücklich machen, auch wenn man sich noch so sehr ins Zeug legt. Da lohnt es sich, bandmäßig auf Nummer sicher zu gehen. IGNITE zünden immer, RAGE liefern souverän Hits und Nackenbrecher und wer schonmal THE BUTCHER SISTERS gesehen hat, braucht vermutlich keine weitere Erklärung. THE BROWNING? Absoluter und sehnlichst erwarteter Glücksgriff! Sie ballern mit einer Spielfreude durchs Set, die die Frage offenlässt, ob die Band für die Anwesenden, oder einfach nur für sich selbst Musik macht. PARASITE INC. dagegen präsentieren sich zwar klanglich stark, lassen auf der Bühne jedoch den visuellen Funken vermissen. Dass sich ausgerechnet vor und bei J.B.O. die Reihen spürbar lichten, ist im Jahr 2026 angesichts einer vergleichsweise lahmen (sorry) Darbietung wohl kein Zufall. Der altbackene Humor und die Schunkel-Stimmung der Erlanger scheint sich am Ende eines langen Festivaltages sichtlich abzunutzen.
Aber noch einmal: Am Ende kann man es nie allen recht machen.
Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass das Easter Cross als Gesamtpaket weiterhin unschlagbar ist und einem Stück Fels in der Brandung der südlichen Festival-Landschaft gleicht.
Hinter den Kulissen greift jedes Rad ins andere. Dass ein Event dieses Ausmaßes und dieser Qualität komplett ehrenamtlich durch die Oberndorfer Musikinitiative e.V. gestemmt wird, zeugt von einer beeindruckenden Lernkurve, die sich der Verein über Jahre hart erarbeitet hat. Der Sound präsentiert sich auf mittlerweile hohem Niveau, die Fläche der Neckarhalle wird optimal ausgenutzt und auch die früher berüchtigten Rutschpartien auf dem Sporthallen-Boden (mit Bier) gehören der Vergangenheit an.

Necrotted – Easter Cross Festival 2026
Besonders hervorzuheben: Trotz allgemein steigender Kosten im Sektor bleiben die Preise fair. Auch die Versorgung klappt – im Gegensatz zu manchem Vorjahr – endlich schnell und die Anwesenden können sich die Loaded Fries und/ oder Burger in den Pausen einverleiben ohne dabei Bands zu verpassen. In jedem Detail steckt Herzblut, die strahlenden Gesichter des Teams sprechen Bände. Das Resultat ist ein Festivalerlebnis, das nicht nur überzeugt, sondern nachhaltig beeindruckt und auch im kommenden Jahr wieder fest im Kalender vermerkt wird.
Wir sind einfach Fans!
Text: Tamara Deibler
Fotos: Lea Wittkamm
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Tamara Deibler



















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