Corporate Pain - Death In Mind

Review

Dass die Schwaben als eher knauseriges Völkchen gelten ist gemeinhin bekannt und brauch an dieser Stelle auch nicht weiter ausgeschlachtet werden. Die “Spätzlefresser” CORPORATE PAIN haben sich jedoch beim Produzieren ihres Debütwerks “Death In Mind” alles andere als lumpen lassen und warten mit gepresster CD und sechsseitigem Booklet auf um Sympathiepunkte meinerseits zu ergattern. Und da das Auge bekanntlich mitisst, und meine Fähigkeiten als Esser zumindest in manchen Teilen der Redaktion mittlerweile bekannt sind, ist ihnen das nur zu gut gelungen. Daumen Hoch an dieser Stelle!

Dass allerdings auch im Fall CORPORATE PAIN die Musik ein wichtigeres Kriterium als die Gestaltung ist, hinterlässt bei mir im Nachhinein einen kleinen Wehmutstropfen. Der vom Quartett gebotene Death-Thrash-Metal ist zwar sicherlich alles andere als schlecht und weiß streckenweise richtig zu überzeugen. Hätte man allerdings etwas mehr Mut zur Innovation und eigener Note bewiesen, wäre hier für die Band sicherlich mehr drin gewesen. Irgendwo zwischen OBITUARY, SEPULTURA zu “Arise”- Zeiten und “…And Justice For All” angesiedelt grooven sich die Schwaben also durch die gebotenen sieben Tracks, mal mehr, mal weniger harsch zur Sache gehend. Das Dumme ist nur, dass man gelegentlich das Gefühl hat, die Band wolle nichts anbrennen lassen, was zur Folge hat, dass man sich stellenweise lieber in ein Riff flüchtet, dass woanders in abgeänderter Form auch sehr gut funktioniert hat. Hätte man an manchen Passagen den durchschimmernden Innovationsbogen weitergesponnen, würde so das Ganze vielleicht nicht stellenweise kalkuliert oder sogar abgehackt wirken. Schade. Der Sound ist leider ebenfalls alles andere als signifikant, denn die sehr glatte und “dünne” Produktion lässt gerade in den flotteren Momenten der Platte die gewisse Portion Kantigkeit, die der Thrash irgendwo mitbringt, vermissen. Ähnliches gilt für die Gesangsleistung: Der wage an DEW SCENTEDs Leif Jensen erinnernde Sänger hätte ruhig ein bisschen fieser zum Mikrofon sein können, um der Band auch vokalistisch eine hässliche Fratze zu verpassen. Nichtsdestotrotz liefert der Mann einen relativ guten Job ab. Auch die gelegentlich eingeworfenen Akustikparts wissen zu überzeugen, und zeigen, dass auch eine Death-Thrash-Band mit fremdartigen Einflüssen umzugehen weiß. Und um den Bogen zu versöhnlicheren Tönen weiter zu schlagen muss ich der Band zusätzlich attestieren, dass sie mit “Euathanasia” einen richtig guten Song komponiert haben. Hier stimmt wirklich so gut wie alles!

Fazit: Sollten CORPORATE PAIN den eingeschlagenen Weg weiterverfolgen, wesentlich mehr Innovationswille und einen aussagekräftigeren Sound mitbringen, könnte uns in Zukunft eine kleine Überraschung ins Haus stehen. Ich könnte mir jedenfalls sehr gut vorstellen, dass die Band auch live einiges hermachen könnte. Gute Sechs Punkte!

08.08.2007

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