Hidden Timbre - Triangulation

Review

HIDDEN TIMBRE treiben schon seit geraumer Zeit ihr Unwesen in der hiesigen Progressive Metal-Szene, wobei sich der genaue Werdegang nur ungenau nachzeichnen lässt. Zwischen 2003 und 2010 reihte man sich mit Anja Braeutigam zwischenzeitlich in die Fraktion der Female Fronted-Metalbands ein und feierte vor allem in dieser Phase die wohl größten Erfolge. Nach 2010 übernahm dann Ronny Ronsen die Leadvocals, seine Stimme ist daher auch auf „Triangulation“, dem neusten Machwerk des Fünfers, zu vernehmen.

Was man auf „Trangulation“ sonst geboten bekommt: HIDDEN TIMBRE spielen eindeutig eine recht moderne Form des Progressive Metal. Das Genre bietet großen Spielraum und die Band nutzt diesen auch voll aus. Von tiefschwarzen Metalriffs, über Ausflüge in den Post Rock/ Hardcore bis hin zu reinen Crossover-Parts, in denen auch mal Rapgesang eingesetzt wird, findet sich hier alles. Wer sich jetzt schon kopfschüttelnd abwenden möchte, macht womöglich einen großen Fehler. Die sieben Songs auf „Triangulation“ überzeugen, bis auf den ein oder anderen kleinen Part, durchgängig. Die Gründe dafür lesen sich folgendermaßen:

Zum einen strahlen die Songs vielerorts eine Aggressivität und einen Groove aus, den die meisten der noch übriggebliebenen Nu Metal-Truppen schon lange vermissen lassen. Ein gutes Beispiel ist schon der Opener „Fortunes“. Der beginnt tatsächlich wie ein Nu Metal-Song, geht dann aber ab Minute drei in ein wahres Riffgewitter auf, nur um nach einem kurzen ruhigen Break wieder im eingängigen Refrain zu enden. Schon hier zeigt sich die äußerst variable Stimme des Ronny Ronson: Von Testosteron-Rock einer Band wie SOIL, bis zur melancholischen Note eines Nick Holmes (PARADISE LOST), deckt der Mann ein wirklich breites Spektrum ab. Die immer wieder vorkommenden, gesprochenen Parts in Kombination mit den sehr tiefen Gitarren lassen vor allem in Songs wie „Black Ink“ öfters an Bands wie CLAWFINGER oder KORN denken.

Aber auch die ausgiebigen Instrumentalparts und das Vertrackte kommen bei HIDDEN TIMBRE nicht zu kurz. „Eleven“ beispielsweise überzeugt mit einem ebenso eingängigen wie virtuosen Bassmotiv, das sich durch den ganzen Song zieht. Zwischendurch gibt es tribalartige Drums und wieder einen extrem starken Refrain. Ruhigere Passagen kommen von allem in „Headshot“ und „Kidz“ zum Tragen, Abwechslung gibt es sowohl innerhalb der Songs als auch im Albumkontext ausreichend.

Den Stil den HIDDEN TIMBRE auf „Triangulation“ zelebrieren, könnte man guten Gewissens als eine Art Progressive Modern Metal bezeichnen. Was sie machen, machen sie gut und sind dabei vor allem eins: Innovativ. Für die Traditionalisten unter den Prog-Hörern ist das, was hier geboten wird, sicher nichts. Alle die sich zutrauen, die Vorurteile mal für eine Weile zu verdrängen und sich auf ein paar, auf den ersten Blick ungewöhnliche Kombinationen einzulassen, werden mit einem starken Album belohnt werden.

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05.12.2013

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