Himmelsrandt - Allusionen

Review

Seit 2010 bringt der studierte Musiker Peter Honsalek unter dem Namen HIMMELSRANDT Neo-Klassik in ausgewählten und wohldosierten Chargen heraus. Ebenso hat NACHTREICH als weiteres klassisches Projekt von Honsalek eine gewisse Bekanntheit erlangt. Warum nun diese Musik für metal.de Relevanz hat, neben dem üblichen und notwendigen Blick über den Tellerrand? Mit EUDAIMONY und VARGNATT war Honsalek zuvor in Black-Metal-Bands aktiv.

HIMMELSRANDT widersetzen sich den üblichen Denkmustern kommerzieller Musik

Ein Album wie „Allusionen“ ist in seiner künstlerischen Geschlossenheit geradezu eine Antithese zu radiotauglicher Ware oder Spotify-Playlist-Optimierung, was Peter unterstreicht: „Musik heutzutage wirkt nämlich mehr und mehr beliebig und richtet sich zunehmend nach dem Konsumverhalten der Hörer. Dabei ist Musik oft mehr als nur reiner Konsum und sollte wieder mehr als Kunstform betrachtet werden.“ Diese Symbiose aus Kunst und Musik kann man HIMMELSRANDT im Allgemeinen und „Allusionen“ im speziellen mühelos bescheinigen.

Denn „Allusionen“ ist mit dem ganz feinen Pinsel ausgeführt, greift vorwiegend auf klassische Instrumente zurück und wirkt in seiner umfassenden Ästhetik und wohltemperierten Atmosphäre ungemein stimmig und hochwertig. Dabei spielt das Album, trotz vorwiegend leiser Klänge, sowohl spannendes Songwriting als auch Honsaleks hohe technische Klasse aus.

HIMMELSRANDT komponieren seit jeher für Stimmung und Gesamtbild. Deshalb wünscht sich Honsalek, dass „das Album an einem Stück und bewusst angehört werden sollte, um die ganzen Allusionen herauszuhören. Das ist auch ein wichtiger Bestandteil des Albums.“ Ob hier lyrische oder musikalische Allusionen, sprich Anspielungen, gemeint sind, wird in dieser dunklen Allusion selbst auf die Spitze getrieben. Tatsache ist jedenfalls, dass auf dem Album zahlreiche musikalische Anspielungen versteckt sind. Inhaltlich lädt das Album ebenso zum Träumen und Entdecken ein.

„Allusionen“ weckt Gedanken an langsam fallenden Schnee, einzelne Flocken, die einen zerbrechlichen Tanz aufführen und damit gleichermaßen Symbol für das Erstarren und Vergehen, aber auch Hoffnung auf die Wintersonnenwende sind. Die Stimmung des Albums ist filigran und melancholisch, aber nicht unbedingt düster. Gibt es doch noch Hoffnung? Zumindest in ästhetischer Form, als Vollendung des künstlerischen Schaffens. Mit diesen Gefühlen entlässt uns „Ausklang“, diesem feinen Schneegestöber auf dem Klavier und minimalistischen elektronischen Elementen, zurück in die karge und profane Lebensrealität des 21. Jahrhunderts.

„Allusionen“ ist feine Musik für besondere Stunden

Nein, zwischen Tür und Angel spielt „Allusionen“ wahrlich nicht seinen gesamten Reiz aus. Das fein komponierte und meisterhaft ausgeführte Album ist eine musikalische Reise für besondere Stunden und damit am Ende auch Eskapismus in Reinform.

 

21.01.2022

Stellv. Chefredakteur

Der metal.de Serviervorschlag

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1 Kommentar zu Himmelsrandt - Allusionen

  1. nili68 sagt:

    >Musik heutzutage wirkt nämlich mehr und mehr beliebig und richtet sich zunehmend nach dem Konsumverhalten der Hörer. <

    Das war schon immer so, nur wird die Menschheit immer blöder, weshalb man nicht mal mehr Anspruch vortäuschen muss. Heutzutage langt nämlich schon Klaviergeklimper, sphärische Sounds und 'ne coole Story dahinter.. bro.