In Peccatum - MDLXIII

Review

Hui, Gothic Metal ganz nach Art der frühen Neunziger, das habe ich ja schon ne ganze Weile nicht mehr gehört! IN PECCATUM stammen aus Portugal, wurden 1998 gegründet, und bisher war mir die Band vollkommen unbekannt. Das verwundert auch nicht weiter, bis auf zwei Demos gabe es 2002 lediglich noch eine EP namens „Antilia“, der aber wohl nicht allzu viel Aufmerksamkeit zuteil wurde.

Das Debütalbum „MDLXIII“ trifft meinen Geschmack schon ziemlich gut, und erinnert mich auch ganz schön an die eigene späte Teenagerzeit, als Alben wie diese am laufenden Band veröffentlicht wurden. Die enthaltenen, durchweg düsteren Stücke pendeln zwischen Resignation, tiefer Melancholie, aber auch Aggression bis Hoffnung. Die Grundstimmung ist dabei stets eher traurig, nur selten werden „positive“ Melodien verwendet, eine gewisse Nähe zum Doom Metal kann nicht geleugnet werden. Die obligatorischen, klassichen Keyboards bilden schöne Klangteppiche, ohne kitschig alles zuzukleistern, ein wenig Bombast, ein wenig atmosphärische Untermalung, fertig. Sehr schön! Die Gitarren dürfen sehr viele feine, bittersüße Melodien in Moll spielen. Aufhorchen lassen vor allem die guten Soli. Dazu gesellt sich hier und da relaxtes, rein akustisches Gitarrengeklimper. In den Gothic Metal haben auch einige folkloristische Elemente Einzug gehalten. Für zusätzliche Abwechslung sorgen die geschickten Tempi-Wechsel. Der Gesang ist eher eine Art Sprechgesang, eine raue Erzählerstimme, da hätte ich mir doch mehr Growls sowie einige feine Screams gewünscht, so wirkt es mir ein wenig zu eintönig, was der Musik nicht so ganz gerecht wird. Die paar Chöre zwischendurch oder die Frauenstimme können das dann leider nicht mehr wettmachen.

Einen Originalitätspreis gewinnen IN PECCATUM nicht, denn die großen Vorbilder in Form der eigenen Landsmänner von MOONSPELL schimmern immer wieder durch. Aber auch TRISTITIA oder ältere TIAMAT kommen mir in den Sinn. Aber sei es drum, „MDLXIII“ ist ein schönes Album voll getragener Schwere, Melancholie, und abgesehen vom nicht ganz geglückten Gesang ist alles im grünen Bereich.

08.03.2010

Geschäftsführender Redakteur (News-Leitung)

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