Kryoburn - Enigmatic Existence

Review

Wer weiß, was gewesen wäre, wenn im Jahre 1995 FEAR FACTORY nicht einen Meilenstein namens „Demanufacture“ veröffentlicht hätten? Vielleicht würde ich das Debüt von KRYOBURN jetzt nach Strich und Faden abfeiern. Wer weiß, was gewesen wäre, wenn FEAR FACTORY letztes Jahr mit ihrem Comebackalbum „Archetype“ nicht wieder zu alter Stärke zurückgekehrt wären? Vielleicht würde ich mich jetzt über eine Platte vom Schlage „Enigmatic Existence“ freuen.
Fragen über Fragen, auf die ich aufgrund ihrer Irrealität leider nie antworten finden werde. Fest steht einzig, dass dieses Quartett aus New Mexico nur eine Lieblingsband haben kann (ganz schlaue haben sie bestimmt schon erraten!): FEAR FACTORY. Wenn es jemand schafft, mir ein Album zu zeigen, dass vom Songwriting und -aufbau her noch mehr an das bahnbrechende Werk der „Angstfabrik“ angelehnt ist als diese elf Songs, hat diese Person einen Kasten Bier gewonnen. Purer Industrial-Thrash mit gelegentlichen, kleinen Ausbrüchen in Richtung MESHUGGAH („Beneath Desire“) und STRAPPING YOUNG LAD knallt einem hier von Eddy Garcia (PISSING RAZORS) furztrocken produziert um die Ohren und in die Magengrube. Im Prinzip keine schlechte Mischung, könnte man „Demanufacture“ nicht als Vergleichspunkt heranziehen. Somit haben KRYOBURN mehrere große Probleme:
1.) Dreister als in „Against My Evil“ kann man bei seinen Vorbildern nicht abkupfern.
2.) Die Synthese aus kaltem Industrial-Stahl und warmen Synthie-Wabereien will kaum gelingen bzw. wirkt aufgesetzt.
3.) Sänger Todd Brashar erreicht weder während der Shouts, noch während der cleanen Parts die Brutalität bzw. Einfühlsamkeit eines Burton C. Bell.
4.) Bands wie RAUNCHY oder MNEMIC, die ähnlich jung sind wie KRYOBURN, haben ihre Hausaufgaben wesentlich besser gemacht, da sie die allseits gegenwärtigen FF-Einflüsse geschickt mit eigenständigen Experimenten ausschmücken können.
Also bleibt für die Jungs aus Carlsbad (Baden-Württemberg liegt eben auch in New Mexico) einzig das Wissen, ein zwar tight eingespieltes, höchst brachiales Neo-Thrash-Album ihr Eigen nennen zu können, das jedoch zehn Jahre zu spät auf der Bildfläche erschienen ist und somit an der Übermacht eines Referenzwerkes wie „Demanufacture“ zerbricht.

10.05.2005

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