Lyzanxia - Unsu

Review

Freude machte sich breit, als mal wieder eine Scheibe aus dem Hause Listenable Records auf meinen Tisch flatterte. Seit Jahren veröffentlichen die Franzmänner erstklassige Outputs, kaum eines hat das Prädikat Stangenware verdient, getreu nach dem Motto „Qualität statt Quantität“. Und da machen auch die Landsmänner von LYZANXIA keine Ausnahme, auch wenn sie meiner subjektiven Meinung nach, nicht das Qualitätslevel durchgängig halten können. Einige Schwächen haben sich auf „Unsu“ eingeschlichen, was aber z.T. subjektiv bewertet ist und im Großen und Ganzen die Qualität nur bedingt schmälert.
Bereits mit dem Vorgänger „Mindcrimes“ heimsten LYZANXIA allerorten Lobeshymnen ein und führen den dort eingeschlagenen Weg auch auf „Unsu“ unbeirrt weiter. Sie mixen feinste Bay-Area-Riffpower mit eingängigem und modernem Schwedentod aus der neuen SOILWORK/IN FLAMES-Schule. Mit einer bemerkenswerten Leichtigkeit schüttelt sich das Brüderpaar Potvin Mörderriffs und geile Leads en Masse aus den Ärmeln, dass es eine wahre Freude ist. Doch die Brüder teilen sich nicht nur die Gitarrenparts, sondern blasen auch zur brüderlichen Vokalattacke. Der Klargesang besitzt poppige Gesangslinien, ist handwerklich absolut in Ordnung, vergleichbar mit dem SOILWORK-Fronter. Der Kreischgesang geht teilweise aber echt an die Schmerzgrenze: hysterisch wie Rumpelstilzchen in jungen Tagen, hier entladen sich keine Aggressionen beim Protagonisten, hier bauen sie sich beim Hörer auf. Wie ein giftiges Insekt oder ein krankes Reptil keift einer der Brüder im Hintergrund griffiger Hooks vor sich hin, oft darf er auch alleine; bis die Gänsehaut steht.
Das Gekeife ist jetzt nicht über die gesamte Strecke so schlimm anzuhören, was „Unsu“ zu einer Zumutung machen würde, aber bei einem nicht zu vernachlässigendem Teil gehen mir die Vocals, gelinde ausgedrückt: auf den Sack!
Dieses scheinbar kleine Manko taucht die Scheibe leider in ein schlechtes Licht, verdient hat sie das aber eigentlich nicht.
Songs wie „Wise Counselor“ oder „Strength Core“ sind kleine Perlen der modernen Deathrash-Kunst, fett produziert in den Fredmann-Studios dazu, durchdacht im Songwrriting, oft mit überraschenden Momenten aufwartend (genial das Maultrommel-Solo im Titeltrack) und handwerklich auf höchstem Niveau, deutlich aus dem Einheitsbrei herausragend.
Keine Frage, LYZANXIA haben Substanz, Qualität und Zukunft.
Schade nur, dass Rumpelstilzchen hier einiges kaputt gemacht hat…

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27.11.2006

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