M.A.N - Massive Audio Nerve

Review

Die Schweden holen zum dritten Schlag aus: „Massive Audio Nerve“ ist ein aurales Kraftpaket, welches genau da ansetzt, wo sie mit „Peacenemy“ aufgehört haben. Bereits mit den ersten Takten, die „Logocide“ anschlägt, spürt man, dass die Band nochmal eine ganze Portion draufsetzen wollen – diesmal wollen sie’s wissen.

Zwar stehen die Schweden nachwievor im Schatten großer Namen wie MESHUGGAH, FEAR FACTORY und STATIC-X, aber die eigene Linie tritt immer deutlicher hervor. Moderner, Neo-Thrash-geschwängerter Metal, der einmal aufs Neue einen wandlungsfähigen Tony JJ präsentiert, und vor allem die Saitenfraktion mit den beiden Robs. Im Begleitschreiben ist zu lesen, dass Multisaitenhexer Rob Gustafsson eigens ein neues Tonleitersystem entwickelt hat, welches im ’48 Fret Metal‘ mündet: Aus Halbtönen werden Vierteltönen. Für die meisten Hörer (inkl. meiner selbst) dürfte das alles graue Musiktheorie sein, und tatsächlich werden wohl nur geschulte Ohren die ganzen Feinheiten heraushören können.

Otto-Normal-Hörer kann trotzdem staunen, welche Töne Rob Guz in bester Thordendal-Manier mit Gummihandschuhen, Münzen und 11 Saiten aus seiner Gitarre herausholen kann, besonders schön im schon erwähnten „Logocide“, dem Instrumental „False Memory Syndrome 2.1“ und im abschließenden „Last Light Drains“. Schade, dass man davon nicht noch mehr hört. Vielleicht waren M.A.N ein bisschen hin- und hergerissen zwischen technischer Raffinesse, Experimentierfreudigkeit und dem inneren Drang, gut konsumierbare, knallharte, schwere Brecher („Slave Program“) zu schreiben. Man muss sich ja schließlich irgendwo in der Mitte treffen, wenn man kein absolutes Nischendasein fristen will.

Das Album geht gut und laut durch die Gehörgänge, hat seine technisch-komplexen Phasen, die jedoch zu keiner Sekunde überfordernd wirken. Wie schon auf dem Vorgänger setzt man auch hier auf feine, dezente Effektspielereien („Mock At My Motion“), behutsam eingesetzte Samples und etwas Metal-unübliche Instrumente („Loveless“). Der Gesamteindruck deckt sich fast mit dem Vorgänger, und neben all ihren unbestrittenen Qualitäten könnten M.A.N von allem eine kleine Portion mehr vertragen: Etwas mehr Brutalität, etwas mehr Rücksichtslosigkeit dem Hörer gegenüber, etwas mehr Mut, um Konventionen zu sprengen und zu guter Letzt: etwas mehr von Rob Guz‘ flinken Fingern. Denn je öfter ich das Album höre umso stärker wird mein Eindruck, dass hier ein Vulkan brodelt, der endlich ausbrechen will. Was wir bisher gehört haben, war ein mächtiges Erdbeben, und das ist vor allem auf diesem Album nicht von schlechten Eltern. Spätestens jetzt sollte sich der Leser dieser Zeilen mal eine Hörprobe abholen!

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08.04.2010

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