Mynded - Dead End Paradise

Review

Mit MYNDED aus Bayern meldet sich die nächste Band zum Kampf um den Thrash-Thron an. Und mit ihrem Debütalbum „Dead End Paradise“ können die Jungs schon mal ein erstes Ausrufezeichen setzen.

Bereits der Opener „Kill Or Be Killed“ macht keine Gefangenen. Die pfeilschnellen Riffs erinnern an die Landsleute von DUST BOLT. Die Gitarrensoli würden auch den ersten drei METALLICA-Alben gut zu Gesicht stehen. Und für die groovigen Passagen standen wohl PANTERA Pate. Diese Passagen zählen auch zu den großen Stärken des Albums.

Bei durchgedrücktem Gaspedal wirken die Riffs oft wie „schon mal gehört“. Aber wenn MYNDED grooviger zur Sache gehen, zeigen sie sehr viel mehr Eigenständigkeit. Ein weiterer großer Pluspunkt sind die häufig eingestreuten zweistimmigen Gitarrenleads, die etwa in „Upwaving Anger“ wohlige Erinnerungen an IRON MAIDEN wach werden lassen. Ein Highlight ist dabei „T.I.A.S.“, in dem der Melodie-Anteil auf die Spitze getrieben wird. Beim nächsten Mal gerne mehr davon! Trotz aller Old-School-Anleihen baut die Band ab und zu an Deathcore grenzendes Geknüppel ein („Driven Into War“). Das Outro von „Humanity Faded Away“ wiederum lässt den Song mit einer Melodie ausklingen, die auf jedem Post-Rock-Album ihren Platz finden könnte. MYNDED verbinden gekonnt Tradition und Moderne.

An der Produktion gibt es wenig auszusetzen. Der Sound ist klar und differenziert. Die Drums knallen ordentlich. Einzig die Gitarren hätten einen etwas fieseren und weniger glatten Sound vertragen können. Der größte Schwachpunkt des Albums ist der Gesang. Denn der wirkt im Vergleich zum mächtigen Sound ziemlich kraftlos. Zudem sind die Texte hier und da arg klischeebehaftet. Eine Kostprobe gefällig? Bitte sehr: „Open Fire! / Lock and Load, Shoot to Kill / Unleash Hell on Earth“ (aus „Driven Into War“). Die Lyrics könnten auch aus dem Thrash-Metal-Baukasten stammen.

Starke Melodien treffen auf fette Grooves. Trotz kleinerer Schwächen liefern MYNDED mit „Dead End Paradise“ ein amtliches Thrash-Brett ab. Wenn die vier Bayern auf ihrem zweiten Album die Baustellen beseitigen, werden sie wohl bald schon in die nächste Liga aufsteigen.

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12.12.2015

"Irgendeiner wartet immer."

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