Orphan Playground Sniper - Chronicles II: Slampede Of The Hammered

Review

Den besten Bullshit-Bingo-Bandnamen haben ORPHAN PLAYGROUND SNIPER sicher schon einmal. Dazu kommt der plakative Titel „Chronicles II: Slampede Of The Hammered“ sowie ein Cover, das diverse pop- und metalkulturelle Referenzen aufgreift. Es hat funktioniert – wir haben uns für die Platte interessiert. Zwölf Jahre nach dem Debüt ist die Band laut eigener Aussage nüchtern genug, um den Nachfolger von „Chronicles Of Booze, Bitches And Brutality“ aufzunehmen. Bleibt die Frage: Kann man die Platte nüchtern hören?

ORPHAN PLAYGROUND SNIPER nehmen sich nicht ernst

Die Songtitel tragen appetitliche Namen wie „Once Upon The Cock“ oder „138 Petabytes Of Porn (Big Data For Big Dicks)“. Da es sich um ein Slam-Death-Metal-Album handelt, versteht man die Lyrics ohnehin nicht, doch die Titel sorgen ab 1,5 Promille für ein Schmunzeln. Manche Anspielungen auf bekannte Songs („Born To Blaze Hell“, „Chased Through The Liver By A Whiskey“) entlocken beim ersten Lesen sogar ein anerkennendes Grinsen.

Anspielungen und Parodien sind das Ding der Berliner. Von veränderten Liedtexten bis zu Anleihen bei Rap-Songs wie „Sound Of Da Police“ ist alles dabei. Das Niveau sinkt mitunter in den Keller („Warum hast du ’ne Maske auf?“), doch ORPHAN PLAYGROUND SNIPER liefern schließlich kein Prog-Album.

Musikalisch ist alles genreüblich solide. Es gibt reichlich Breakdowns, in denen der Sound etwas einbricht und die Growls sowie Squeals sind ordentlich, letztere zudem nicht zu nervig. Ansonsten knallt die Musik ordentlich und sorgt dafür, dass Konzertbesucher:innen ab Minute eins einen Pit eröffnen. Nur die gezwungen klingenden Clean Vocals hätten sie sich sparen können. Zum Schluss folgen zwei Neuaufnahmen vom Debüt.

„Chronicles II: Slampede Of The Hammered“ knallt in den Gehörgang

ORPHAN PLAYGROUND SNIPER haben ein Album geschrieben, das man auf einschlägigen Festivals nachmittags gegen 16 Uhr mit dem sechsten Getränk und einem Joint in der Hand am besten genießt. Es ist ein Party-Slam-Album ohne höheren Anspruch – außer zu ballern. Und das tut es.

21.02.2026

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

Interessante Alben finden

Auf der Suche nach neuer Mucke? Durchsuche unser Review-Archiv mit aktuell 38266 Reviews und lass Dich inspirieren!

Nach Wertung filtern ▼︎
Punkten
Nach Genres filtern ►︎
  • Black Metal
  • Death Metal
  • Doom Metal
  • Gothic / Darkwave
  • Gothic Metal / Mittelalter
  • Hardcore / Grindcore
  • Heavy Metal
  • Industrial / Electronic
  • Modern Metal
  • Off Topic
  • Pagan / Viking Metal
  • Post-Rock/Metal
  • Progressive Rock/Metal
  • Punk
  • Rock
  • Sonstige
  • Thrash Metal

Kommentare