Pain - We Come In Peace

Review

Nachdem ich PAIN auf dem Rockharz 2012 zum ersten Mal leibhaftig, nur leider in strahlendem Sonnenschein, erlebt habe und doch ziemlich hingerissen war, ist es für mich keine Frage, auch der „We Come In Peace“-DVD (übrigens auch auf Blue Ray erhältlich) eine Chance zu geben. Allein, weil ich die Band mal in dunklerer Szenerie sehen wollte. Kurz zu den Randdaten: Die limitierte Edition ist wirklich vollgepackt bis obenhin, wobei sich mir der Sinn von Fotogallerien nie so ganz erschlossen hat. Dafür entschädigen aber zwei Live-Shows, sowie die beiden CDs mit demselben Material, nur eben in reinem Audioformat. Obendrauf gibt es noch fünf Videoclips. Dementsprechend: Ziemlich fett!

Fangen wir von vorne an. Die Aufnahmen aus dem Desaster in Stockholm, das zeigt schon ein Blick auf die Tracklist, beinhaltet zudem eine Doku-Teil. Schön und gut, nur leider werden einzelne, wenn auch unterhaltsame, interessante Behind The Scene- Szenerien nach jedem Song eingespielt. Das hat zur Folge, dass man permanent aus dem eigentlichen Konzerterlebnis gerissen wird und das ist wirklich schade. Denn der Sound ist druckvoll, die Aufnahmen erstklassig und die Band sowie das Publikum hochmotiviert. So richtig genießen kann ich den Teil aufgrund der angesprochenen Tatsache aber doch nicht und leider lässt sich das nicht weiter ausklammern – eine separate und vielleicht inhaltlich noch etwas besser ausgestattete Doku wäre dem Gesamteindruck durchaus förderlich gewesen.

Aber, es gibt ja noch den 2012er Auftritt vom Monsters Of Rock in der Tschechischen Republik und dieser übertrifft die Erwartungen dann vollends. Erstens komme ich endlich in den Genuss (wenn auch nur auf DVD), mir den Trupp vor dutzenden von Fans auf einer riesen Open Air Bühne anzuschauen und zum anderen wird es durch keine Einspieler unterbrochen. Auch hier sitzt der Sound perfekt, die Bühnenshow wirkt mitreißend und das Publikum zeigt sich mehr als nur textsicher, was den Live-Effekt deutlich erhöht. Schön auch, dass sich die Setlist zum Gig in Stockholm durchaus unterscheidet, wenn logischerweise auch nicht komplett. Ein sicheres Highlight des Gigs auf dem Monsters Of Rock ist zudem, dass beim obligatorischen Abschluss mit dem inzwischen absoluten Band-Klassiker „Shut Your Mouth“ PAIN von Rob Duke (EXODUS) an den Vocals unterstützt werden. Amüsant ist zudem, dass Peter Tägtgren den Guten bei seinem ersten Einsatz noch namentlich anspricht. Sorge, dass er seinen Einsatz verpatzt? Wer weiß. Die Vorstellung wäre aber, gerade in Bezug auf eine Live-DVD, die Höchstnote wert gewesen.

Zu den zwei CDs bleibt dann selbstredend nicht viel zu erzählen, handelt es sich um die Tonspuren der beiden Auftritte. Fans kommen also absolut auf ihre Kosten. Lediglich dieser Doku/Konzert-Mischmasch haut mich immer noch nicht vom Hocker. Nach über acht Studioalben dürfte eine Band doch mehr zu erzählen haben, als in den kurzen, äußerst alkoholreichen Backstage-Eindrücken aufgefahren wird. Lustig ist es beim ersten Mal zwar, aber hast du’s einmal gesehen… na, ihr wisst schon. Immerhin lassen sich dafür im Menü die Songs noch einzeln anklicken. Egal, für ein DVD/CD-Package ist das mehr als fett und der Gig auf dem Monsters Of Rock ist ein Gänsehaut-Garant. Zuschlagen, sofern noch nicht geschehen!

08.04.2013

Chefredakteur

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