Pound - Stardust, Lies & Holy Water

Review

Borlänge liegt eigentlich nicht so weit von uns entfernt. Jedenfalls nicht so weit, dass ein Album aus Schweden mehr als ein Jahr braucht, um die Distanz zu Mitteleuropa zu überwinden. Aber so ist das leider im Musikgeschäft: Da können in Skandinavien reihenweise Top-Alben erscheinen, und hierzulande bekommt man trotz aller technischen Raffinessen des 21. Jahrhunderts nichts davon mit, es sei denn ein Insider reicht seine Geheimtipps gnädig weiter oder die Alben finden verdienterweise doch noch den Weg in hiesige Läden.

Dieses schriftliche auf-den-Busch-klopfen hat bei POUND volle Berechtigung, denn mit hinreichender Unterstützung könnten sie hier im Radio rauf und runter laufen und mit Singles um sich werfen, wie derzeit UNHEILIG. Die Band um den vielbeschäftigten Musiker und Sänger Stefan Altzar hat mit „Stardust, Lies & Holy Water“ ein Album geschaffen, welches sich mit wunderbarem Balancegefühl zwischen Hard Rock US-amerikanischer Prägung, Alternative und Pop positioniert. Und das machen die Herrschaften so gut, dass man ihrem Album erstens keine offensichtlichen Schwächen attestieren kann und dass sich zweitens eine ganze Menge potentieller Singlehits anbieten. Als kleine Auswahl empfehle ich „Fool You“, „Phantom Killer“, „Back In A Coffin“ und „Here All Day“, allessamt Klassesongs die den Querschnitt des POUND-Sounds nachzeichnen.
Kantig, wuchtig, heavy – so steigt man ins Album ein, zusammen mit der klaren melodischen Linie, die durchgängig gefahren wird. POUND gelingt es ziemlich schnell, den Hörer auf ihre Seite zu ziehen. Breiter Gitarrensound, Synthesizer-Akzente, charismatischer Gesang und dazu unkomplizierte, eingängige Songs, deren Melodien sich sofort ins den Gehörgängen festkrallen – und das alles ohne zu poppig, zu glatt poliert oder gar kalkuliert zu wirken. Nein, bei POUND gibt es keinen Rock nach Zahlen, sondern man hört den Songs ihre Reifezeit an. Bisweilen sind sie balladesk, auch mal sehr ruhig und mit akustischer Note, wie in „A Life In The Shade“. Wahrscheinlich ist es auch diese Vertrautheit, die auf dem ganzen Album mitschwingt, der Einflußreichtum, der sich trotzdem nicht auf ein paar ausgewählte Bands festnageln lässt.

Bleibt nur noch eine Frage: Wozu zum Geier braucht der Herr auf dem Cover eine Gasmaske? Für die Songs braucht man sie jedenfalls nicht, die sollte man ohne Filter genießen. Also, ran an POUND, Titel notieren und anhören! Mit so einer Platte fängt der Frühling gut an!

12.02.2011

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