Revel In Flesh - Flesh For The Kult Of Death

Review

In den letzten Jahren ihrer Existenz, insbesondere auf den beiden Werken „Emissary Of All Plagues“ und „The Hour Of The Avenger“ zu hören, öffneten die Baden-Württemberger von REVEL IN FLESH ihren Sound hin zu einer melodischeren Ausrichtung. Schließlich standen zu dieser Zeit gleich drei Gitarristen an der Schmiede, bevor im Jahr 2024 zum Leidwesen vieler Fans erstmal Schluss war. Bandchef Ralf Hauber, ein Death-Metal-Irrer im positivsten Sinne, frönte seiner Leidenschaft weiter mit ROTPIT und HEADS FOR THE DEAD, wo er sich für die Reanimation seiner Kernband unter anderem die Dienste von Rogga 2.0, Jonny Pettersson, sicherte. Der 43-jährige Schwede hat seine Finger ebenfalls in unzählbar vielen Bands und hilft dabei „Flesh For The Kult Of Death“ wieder mehr zur Basis zu steuern.

Fast komplettes ROTPIT-Kollektiv

Wenn man den Vorabinformationen Glauben schenken darf, dann hat Hauber für das nunmehr sechste Album kein Saiteninstrument mehr in der Hand gehabt und diese Verantwortung an Pettersson und den Lokalmatadoren Simon Abele abgegeben. An den Kesseln sitzt nun ROTPIT-Drummer Erik Barthold, sodass REVEL IN FLESH tatsächlich nur noch aus ihrem zentralen Gründungsmitglied bestehen. In Panik muss deshalb dennoch niemand verfallen, denn „Haubersson“ hat seine Handschrift abermals hinterlassen, macht aber kein Geheimnis daraus, wieder mehr Fokus auf die Wurzeln des Projektes legen zu wollen.

Eine der im Vorfeld ausgekoppelten Singles mit „Priest Of Flesh“ führt da gewissermaßen auf eine falsche Fährte, denn, dem britischen Metalgott Rob Halford gewidmet, ist dieser Song im Albumkontext ungewöhnlich melodisch, hat einen stark vom Heavy Metal beeinflussten Grundtenor und sehr klassische Soli. Ansonsten nehmen REVEL IN FLESH bemerkenswert oft das Tempo heraus, lassen im Midtempo die Knochensäge kreisen und weben immer wieder die gewohnten schaurigen Melodien ein, die Hauber schon seit Jahr und Tag gerne aus dem Ärmel geschüttelt hat.

Besser als jedes Rogga-Album

Mit ihrer Rückkehr reihen sich REVEL IN FLESH ohne Umschweife wieder in die erste Liga der deutschen Stockholm-Kollektive ein, dennoch ist „Flesh For The Kult Of Death“ eher im Stile der letzten ROTPIT-Releases eine Platte, auf der sich hauptsächlich geradlinige Banger befinden. Das Tempo wird etwas zu selten angezogen, um diesen Passagen letztlich noch mehr Wirkkraft zu verleihen. Dennoch besser also so ziemlich jedes frischere Rogga-Album.

12.09.2026
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