Revel In Flesh - Manifested Darkness

Review

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Wenn die BÖHSEN ONKELZ während eines Konzerts fragend riefen “Was wollt ihr hören?“, dann war die Antwort klar. Da konnte jeder noch so Grenzdebile Folge leisten und nach dem gewünschten “Mexiko“ plärren. Genauso wie die Band damals zweifellos immer gewusst hat, was kommen würde, so scheint sich in der Death-Metal-Szene derzeit auch eine Konsumkultur entwickelt zu haben, deren Rahmen eindeutig vorgezeichnet ist. Knallen muss es, es sollte ordentlich sägen, aber nicht zu technisch sein. Dazu gut ins Ohr gehen, vielleicht ein paar Hits aufbieten und eine ganze Menge geile Leads parat haben. Kein Wunder also, dass schwedischer Death Metal klassischer Prägung derzeit eine wahnsinnige Renaissance erfährt, der sich auch REVEL IN FLESH aus Schwäbisch Gmünd nicht entziehen.

Die Aufgabe, aktuell aus dem großen Sumpf guter, mittelklassiger, schlechter und grausamer Bands in diesem Sektor herauszustechen ist einfach gestellt, wie in der Ausführung hochgradig kompliziert. Es geht schlichtweg um die Kompetenz gute Songs zu schreiben – zünden muss es. Und dazu ist “Manifested Darkness“ fast ein Musterbeispiel im positiven Sinne. FLESHCRAWL aus der bayrischen Nachbarschaft waren ebenfalls nie die Maestros was Komplexität oder Anspruch angeht, und doch haben sie fast immer ansprechende Alben geschrieben, weil es einfach “to the point“ war. Ohnehin erinnern mich REVEL IN FLESH hinsichtlich ihrer musikalischen Ausrichtung oftmals an die bayerischen Schweden, nicht allein da das hier besprochene Duo offensichtlich auch großen Wert auf mächtige Mid-Tempo-Walzen legt.

Mit “Deathmarch“ ist bereits das dritte Stück eine solche Panzerfahrt, die nur so vor Intensität strotzt. Genauso wie der Abschluss “Rotting In The Void“, der seinerseits mit breitgefächerten Tempovariationen aufwartet. Eine weitere Besonderheit an “Manifested Darkness“ ist die konsequente Ablehnung, die REVEL IN FLESH bezüglich vollkommen ausgeleierter 0815-Riffs an den Tag zu legen scheinen. Immer wieder versucht man den strengen Schwedentod-Käfig mit interessanter Saitenarbeit ein wenig aufzusprengen und erinnert dabei nicht selten an Größen wie EDGE OF SANITY. Dass eben dies auch gleichzeitig mit stumpfem Knüppel-aus-dem-Sack-Prinzip konformgeht, zeigen nicht allein Mitgröler wie die beiden Titeltracks. Für Liebhaber skandinavischer Schepperkultur ist das eigentlich schon ein Pflichtgriff.

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18.04.2013

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