Sacred Steel - Bloodlust

Review

An den germanischen Powerbolzen von Sacred Steel scheiden sich ja schon spätestens seit dem Erscheinen des zweiten Longplayers ganz ungemein die Geister, wie es unzählige gespaltene Redaktion in der Fachpresse zum Ausdruck bringen, ja, es ist immer sehr amüsant wenn es um dieses Thema geht. Auch unser Redakteur Kai hat sich ja unlängst über die Wargods-Scheibe ausgelassen und ihr ganze 3 Pünktchen aufgedrückt. Und ich muss gestehen, dass ich diese Einstellung voll und ganz nachvollziehen kann, sie aber keineswegs teile. Ich sage es ohne die geringste Arroganz, dass man zu dieser Art Powermetal im extremen Klischeesumpf und mit einer an Simplizismus grenzenden Eingängigkeit einen ganz gewissen Draht haben muss, um sie nicht albern und stumpf, sondern erhebend und atmosphärisch zu finden. Natürlich ist jedes zweite Wort im Text „Metal“, „Sword“, „Blood“ oder „Die!!!!!!!“, aber es ist Kult. Man darf nicht die Tatsache vernachlässigen, dass Sacred Steel das was sie machen, übrigens genau wie die zitierten Kollegen von Manowar, sehr gut machen, auch wenn man selbst vielleicht nichts damit anfangen kann. Schlechte Power-Bands sind kaum der Rede wert und daher polarisieren sie auch nicht so wie die genannten Herrschaften. Nun aber endlich zum aktuellen Album der Herren um den Frontmann ohne Skalp. Thematisch hat man sich hier dem Conan-Universum angenommen, ein dankbarer Stoff, die Texte des Konzeptalbums sind sehr lesenswert und beinahe lyrisch wertvoll. Man erzählt eine spannende Geschichte um den Kampf zweier Tyrannen im Wettstreit in einer Welt der Magie und Götter. Gerrit P. Mutz, zumindest optischer Halford-Clon, singt mit gewohnt eigenwillig genialem Organ, variabler als beim Vorgängeralbum. Und es sind einige Hymnen auf dem Album vertreten, abgesehen vom Opener „Stormhammer“ sind alles echte Ohrwürmer, es lohnt fast nicht einzelne Tracks hervorzuheben. „Oath of Blood“ glänzt mit einigen Mitgröhlpassagen (ich weiss, wie primitiv) aber auch „Master of thy Fate“ und der Vinyl-Bonustrack „Journey to the City of the Dreaming Dead“ sind echte Perlen. Besser als die Vorgängeralben, gewohnt schnörkelos und gut, kein Song fällt wirklich unter den Midtempo-Bereich, wer handfesten Power-Metal ohne Balladenverwässerung liebt, der sei zum Kauf beschworen. Schaut mal auf die Homepage (Link), und hoch die Schwerter!

03.07.2000
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