Sacred Steel - Carnage Victory

Review

Es gibt verdammt viele sehr gute Metal-Bands, aber jeder freut sich besonders über die Veröffentlichungen ganz bestimmter Gruppen. Beim Verfasser dieser Zeilen sind SACRED STEEL eine dieser Bastionen, die jedes Mal ekstatische Zuckungen auslösen. „Carnage Victory“ macht da keine Ausnahme, beackert das gesamte Feld von Highspeed bis Epos und hat haufenweise Hits zu bieten.

Im Vergleich zum alles andere als schwachen Vorgänger fällt auf, dass die seinerzeit auf zwei Positionen – beziehungsweise drei, zählt man den Wechsel Jens Sonnenbergs vom Bass an die Gitarre mit – umbesetzte Band enger zusammengewachsen ist und ein ganzes Stück fokussierter und mehr auf den Punkt spielt. Konstanten sind einmal mehr das unglaublich treibende Drumming von Matze Straub und die eigensinnigen Vocals von Gerrit P. Mutz, beides wichtige Stilmittel von SACRED STEEL.

Der Death Metal hatte sich bereits auf „Hammer Of Destruction“ weitgehend aus dem Sound der Band verabschiedet, doch die stilistische Vielfalt bleibt erhalten. Einen derartigen Thrash-Einschlag wie im megastarken Opener „Charge Into Overkill“ hatte die Band bislang selten. Eine Mitsing-Hymne vom Kaliber „Don’t Break The Oath“ erwartet man da schon eher. Ohne Zweifel wird diese Göttergabe ein zukünftiger Live-Klassiker.

Das traurige Titelstück schlägt ein wenig den Bogen zurück zum Debüt-Song „Sword Of The King“, lebt von wenigen Anschlägen und bietet dem Gesang viel Raum zur Entfaltung. Hier wird zum ersten Mal auch ohne simultanes Lesen der Texte richtig deutlich, dass selbige mehr Realität beinhalten als zuvor (das Cover dient ebenfalls als Indikator für diese Tatsache). Mit „Broken Rites“ erklingt direkt im Anschluss eine bitterböse Hasstirade gegen praktizierten Kindesmissbrauch im kirchlichen Umfeld, deren Message ebenfalls unmissverständlich ist.

„Crosses Stained With Blood“ ist Speed Metal, wie man ihn von SACRED STTEEL kennt, garniert mit fetten Backing-Shouts. „Ceremonial Magician Of The Left Hand Path“ kommt dagegen eher doomig daher und erinnert an Band-Klassiker der „Master Of Thy Fate“- oder „Lay Me To My Grave“-Kategorie. „Shadows Of Reprisal“ bietet als reines Akustikstück eine willkommene Verschnaufpause und versetzt einen mit sparsam eingestreuten Chants in eine orientalische Welt.

„Denial Of Judas (Heaven Betrayed)“ ist durch sein grooviges Tempo wahrscheinlich der am besten zum Headbangen geeignete Song des Albums, und „Metal Underground“ ist die Hymne an den Metal, die man von dem Quintett erwartet. Für den Rausschmeißer „By Vengenace And Hatred We Rise“ packt Gerrit mal wieder die Death-Growls aus, womit er dem abwechslungsreichen Stück noch mehr Tiefe verleiht.

Was bringt uns das neue SACRED STEEL-Album also? Wie gewohnt tolle Riffs und Soli, jede Menge Hymnen und eine mitreißende Rhythmus-Sektion. Darüber hinaus deutlich mehr Falsett-Gesang als auf den letzten Alben, einen umfassenden Querschnitt durch fast alle Metal-Stile und ernsthaftere Texte als je zuvor. Und es bleibt dieselbe Feststellung wie bei jeder Rezension: SACRED STEEL waren und sind die beste Metal-Band Deutschlands in ihrem Bereich, als einzige in der Lage, mehrere Stile glaubwürdig und mit den nötigen Eiern zu verknüpfen. Und man kann sicher sein, dass das auch so bleiben wird, solange diese Band existiert. Play it fuckin’ loud, mutha!

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16.10.2009

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