Der große Monatsrückblick
Die zehn besten Alben im Dezember 2016 – Monatsrückblick, Highlights und Gurken

Special

Frohes Noise!

Huch, da ist 2016 schon wieder rum. Fühlt sich an, wie gestern, als wir kurz vor Neujahr noch eine traurige Nachricht zum Tode Lemmys überbringen mussten – und dann war 2016 im weiteren Verlauf ja auch nicht gerade gnädig was Todesfälle angeht. Wir müssen die ganzen Geschichten an dieser Stelle auch nicht wieder aufwärmen – sondern hoffen stattdessen einfach, dass 2017 mehr coole Leute am Leben lässt.

Dass unser Monatsrückblick verspätet kommt, müsst ihr übrigens entschuldigen – wir waren nach Neujahr alle nicht so richtig zu gebrauchen. Irgendwie. Keiner weiß, warum. Hm. Chef Eckart zum Beispiel ist seinen Kater bis heute nicht losgeworden, was auch der Grund ist, warum ich an seiner Stelle schreibe.

Ansonsten wünschen wir von metal.de euch allen, dass ihr einen guten Start ins neue Jahr gehabt hat, und dass euer Jahr heavy, rockig, schwarz oder gothisch wird, je nach Geschmack – lasst es euch gut gehen und besucht uns auch 2017 das eine oder andere Mal. Zumindest die Black-Metal-Fraktion – das heißt, Kollege von Wolfsbrunn und meine Wenigkeit – hat in den ersten zwölf Tagen des Jahres immerhin schon drei Highlights (BESTIAL RAIDS, BETHLEHEM, LASTER) für euch beschreiben dürfen, und auch der Prog-Kollege Michael Klaas wurde bereits von PAIN OF SALVATION mit einem Highlight beschenkt. Ihr seht also: Es geht deftig los, und wir zweifeln keinen Augenblick daran, dass der Rest der Rock- und Metalwelt in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten auch ihre Highlights serviert bekommen werden.

Alles Weitere lest ihr zu gegebener Zeit bei uns – am Wochenende steht unser metal.de-Redaktionstreffen an, bei dem wir uns beratschlagen werden, was 2017 so kommen wird. Unter anderem wollen wir neue Alben von IRON MAIDEN und GHOST beschließen … kleiner Scherz. Und Alkohol gibt es vielleicht auch. Vielleicht. Das eine oder andere lustige Bild möglicherweise ebenfalls.

Möglicherweise.

Ihr dürft gespannt sein.

Frohes Noise wünschen euch

Stephan & metal.de

Die besten Alben im Dezember

BESTIAL RAIDS – Master Satan’s Witchery

Verwirrungsgefahr: Eigentlich hieß es in unserer Bemusterung, dass „Master Satan’s Witchery“ von den polnischen Brachialbrutalos BESTIAL RAIDS am 1. Februar erscheinen sollte – das Album ist nun aber schon seit Mitte November erhältlich. Also treffen wir uns einfach in der Mitte und featuren das dritte Album der Band in unserem Dezember-Monatsrückblick. Gefeatured werden muss das Teil nämlich unbedingt – denn das brachiale, technisch versierte Drumming, der untergrundige, aber dennoch harte Sound und das detailreiche, aber nie verkopfte Songwriting des Albums machen „Master Satan’s Witchery“ zum besten Bestial-Black-Metal-Album seit ARCHGOATs „The Apocalyptic Triumphator“. Wow, was ein Gerödel!

RANGER – Speed & Violence

RANGER sind so 80er, wie es nur irgendwie geht. RANGER scheißen konsequent auf jede musikalische Entwicklung der letzten 30 Jahre. RANGER liefern auf ihrem neuen Album „Speed & Violence“ genau das, was sie mit dem Titel versprechen. RANGER steigern ihre Authentizität mit dem Proberaumsound des Albums ins Unermessliche. RANGER machen keine Kompromisse. Ergo: Wenn du deinen Metal roh und unpoliert magst und schon immer mal hören wolltest, wie eine Kreuzung aus JUDAS PRIEST und EXODUS klingen könnte, dann haben RANGER da was für dich!

MAGGOT TWAT – 8 Bit Apocalypse

Erlaubt ist bei MAGGOT TWAT, was Spaß macht, also alles irgendwo in der Schnittmenge zwischen Grind, Thrash, Death und Punk. All jene, die ihre Bands mit grimmigen Corpsepaint-Mienen und unsichtbare Orangen in die Kamera haltend bevorzugen, müssen bei der Band sehr stark sein, denn mit „8 Bit Apocalypse“ wollen die Amis den (freiwilligen) Humor zurück in den Metal bringen. Natürlich ist der Cartoon-artige, hyperaktive Charakter des MAGGOT TWAT-Sounds nicht jedermanns Sache. Wer mit offenem Geist und der Bereitschaft für Humor im Metal an das Album herantritt, wird es jedoch nicht bereuen.

CIRCLE OF DUST – Machines Of Our Disgrace

Stellenweise hätten die Songs etwas kompakter ausfallen dürfen und aus dem eher monotonen “Hive Mind“ hätte mehr herausgeholt werden können. Doch in Anbetracht der anderen mitreißenden Songs und der Vielzahl an Effekten auf „Machines Of Our Disgrace“ kann darüber getrost hinweg geschaut werden – damit legen CIRCLE OF DUST ein gelungenes Comeback hin.

ENTRAPMENT – Through Realms Unseen

Schöner als Kollege Marek Protzak kann man es eh nicht formulieren, deshalb belassen wir es bei einem Zitat:

„ENTRAPMENT aus den Niederlanden zwingen mit ihrem dritten Album ‚Through Realms Unseen‘ zu begrifflicher Schärfe. Und das ist angemessen. Denn melodischer Death Metal ist ja nicht per se eine Zumutung, sondern nur in den 98%, zu denen er auf verzerrte Gitarren und verzerrte Gesichter verzichtet beziehungsweise letztere mehr von Übelkeit denn Bosheit künden lässt. ENTRAPMENT haben mit anderen Worten zwar die Wirksamkeit einer Melodie erkannt, stehen aber nichtsdestoweniger mit beiden Beinen im Grab.“

SENTIENT HORROR – Ungodly Forms

Sind SENTIENT HORROR besonders kreativ? Ganz sicher nicht. Aber sie befriedigen mit ihrem Debüt perfekt die musikalischen Bedürfnisse der alten Fans, ohne Kompromisse oder Experimente. Und genau deswegen macht “Ungodly Forms” tierisch Bock.  2016 war ein klasse Death-Metal-Jahr, und SENTIENT HORROR setzen dem Jahr mit ihrem Album die Krone auf.

MURG – Gudatall

Fangen wir mit dem vermeintlich schwächeren Argument an, warum „Gudatall“ von MURG toll ist: Es ist ein Album voller Treffer. Aber mehr noch: Es ist darauf der Wille hörbar, unbedingt etwas Eigenes zu erschaffen. Und das ist dem schwedischen Duo geglückt. Kollege Møller sieht die Band damit sogar als Bindeglied zwischen „der alten nordischen Schule und der neueren, eigenwilligeren, auf gewisse Weise experimentelleren Herangehensweise solcher Bands wie MG?A oder MISÞYRMING“.

DOT LEGACY – To The Others

Ist der Stoner Rock, für den die Franzosen DOT LEGACY, jetzt stehen, nun von der Wüste beeinflusst oder eher von der Wirkung verbotener Substanzen? Völlig egal, denn für Kollege Klaas steht sowieso die Güte der Songs auf „To The Others“ im Vordergrund, die Experimentierfreudigkeit, mit der sich die Franzosen „vom Einheitsbrei des Genres“ abheben, und die wahnsinnig gute Machart der Scheibe.

NABERUS – The Lost Reveries

„Melodischer Death Metal aus Australien – irgendwer?“, fragt Ebbi Podzuweit frech, um die Antwort gleich mitzuliefern: NABERUS. Jedenfalls attestiert der Kollege den Australiern jede Menge Potential, um in ein paar Jahren ganz vorne mitzuspielen. Auf ihrem aktuellen Opus „The Lost Reveries“ gibt es denn auch kraftvolle Riffs, filigrane Melodielinien (die man sofort mitpfeifen will) und jede Menge Abwechslung. Klingt toll? Ist es auch.

VROUDENSPIL – Fauler Zauber

VROUDENSPIL – das ist unserem Piraten-Mittelalter-Connaisseur Weise ein Freundenspiel – weswegen er deren Album „Fauler Zauber“ einmal ausgiebig lobhudelt. Sein Fazit: „Es fällt wahrlich schwer, zu dieser Musik nicht zu tanzen.“ Das ist zwar kein Metal, aber was ist außer MANOWAR überhaupt schon Metal? Eben.

Die Gurken im Dezember

BLOOD TYRANT – Aristocracy Of Twilight

Klar kann Raw Black Metal cool sein. Klar können in diesem Subgenre ein paar gute musikalische Ideen, ein passender Sound, Attitüde und Image ausreichen. Das Problem bei BLOOD TYRANT ist nur, dass die guten Ideen fehlen. Damit verkommt alles andere auf ihrem Debüt „Aristocracy Of Twilight“ zur Hauptsache, und im Grunde ist das ja auch alles kultig – aber musikalisch haben die Niederländer rein gar nichts zu bieten.

Top Ten: Diese Platten rotierten im Dezember in unseren Anlagen

Dominik Rothe:

Michael Klaas:

Alex Klug:

Angela:

12.01.2017

- Dreaming in Red -

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