Naberus - The Lost Reveries

Review

Melodischer Death Metal aus Australien – irgendwer? Wenn diese Frage in einigen Jahren erklingt, könnte die Antwort wie aus der Pistole geschossen kommen und “Klar! NABERUS!“ heißen. Zumindest sollte deren kürzlich veröffentlichtes äußerst melodisches und gleichzeitig sehr kraftvolles Debutalbum “The Lost Reveries“ die Konkurrenz aufhorchen lassen. Ist es doch ein starker Fingerzeig in Richtung der Spitzenposition des Melodic Death Metal.

Tiefes Growling vs. melodischem Klargesang

Von der ersten Sekunde an legen die vier Metalungs aus Melbourne los wie die Feuerwehr – und erinnern dabei immer wieder stark an MORS PRINCIPIUM EST. Eigentlich ist das auch nicht sonderlich verwunderlich, greifen NABERUS für “The Lost Reveries“ doch auf dieselben Zutaten zurück, welche auch den Stil der finnischen Death Metal-Combo ausmachen: Starkes, powervolles Riffing, mitreißende Melodielinien und dazu ein teils geniales Wechselspiel aus tiefen Growls und melodischen Cleanvocals.

Gerade mit Letzterem gelingt es Frontmann James Ash, richtig stark zu punkten. Was schlichtweg daran liegen dürfte, dass er nicht nur zwischen den beiden Gesangsstilen, sondern auch innerhalb derselben enorm variiert. Als Anspieltipp sei hier “Darkest Day“ empfohlen, in dem die Wechsel zwischen (teils geshouteten) Growls und Klargesang besonders schön gelungen sind. Wo wir gerade bei der gesanglichen Leistung sind: Überraschend passender Weise schaffen es NABERUS hier bisweilen sogar, sich auf die Spuren von LINKIN‘ PARK zu begeben: Vor allem die Choräle in “Close Your Eyes“ und “Vultures“ – hier außerdem auch der Sprechgesang – gehen glatt als Hommage an die Crossover-/Alternativeler aus den Staaten durch.

Kraftvolle Riffs vs. filigrane Melodielinien

Auch musikalisch kann sich “The Lost Reveries“ – wie eingangs bereits angedeutet – durchaus sehen lassen. Vor allem die, sich immer wieder in den Vordergrund drängenden, äußerst melodischen Gitarrenlinien, bleiben direkt im Gehörgang hängen. Dabei treten sie mal als kraftvoll melodisches Riff (“Unmasked“, “Reveries“), mal als Melodielinie auf, die man – wie im vollends gelungenen Instrumental “Dirge For Sanity“ – sofort mitpfeifen will. Wem das jetzt ein wenig zu “soft“ klingt, sollte vielleicht mit “Darkest Day“ starten, dass nach einem leicht KREATORhaften Intro richtig stark und leicht wutentbrannt nach vorne geht – spontanes Nackenzucken, Beinwippen und Mähneschütteln sind (nicht nur) an dieser Stelle garantiert.

“The Lost Reveries“ macht tatsächlich die gesamte Spielzeit über richtig Spaß. Sowohl der variable Gesang, als auch NABERUS‘ vielfältige Fähigkeiten an den Gitarren- und Drums sorgen für jede Menge Abwechslung. Und, sie sorgen dafür, dass die erste Labelveröffentlichung der bereits 2009 an den Start gegangenen Band auch nach wiederholtem Durchlauf nicht langweilig wird.

11.12.2016

Metal is my religion \m/

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1 Kommentar zu Naberus - The Lost Reveries

  1. Peter sagt:

    Das erste woran ich denken musste, als ich das angehängte Video mir ansah: Die klingen wie Soilwork als Stabbing the Drama released wurde. Das geht schon ziemlich steil.